Ein Lüneburger für Uelzen?

Jürgen Krumböhmer setzt auf einen offenen und fairen Wahlkampf in der SPD.

Uelzen/Landkreis - Von Marc Rath. Bei der Kandidatensuche für die Landratswahl kommt die SPD jetzt in Bewegung: Jürgen Krumböhmer, seit 2007 Erster Kreisrat im Nachbarkreis Lüneburg, kündigte der AZ an, dass er in das innerparteiliche Bewerberrennen einsteigt. Bislang haben bei den Sozialdemokraten die Bad Bodenteicher Kreistagsabgeordnete Ivonne Großmann-Daniel und der Vorsitzende der Bienenbütteler SPD-Ratsfraktion, Thomas Weigelt, ihr Interesse signalisiert (AZ berichtete).

„Ich bin angesprochen worden“, erklärt der 50-jährige Verwaltungsjurist und lässt dabei durchblicken, dass daran Uelzens Bürgermeister Otto Lukat „nicht ganz unschuldig ist“. Seit einigen Tagen hat Krumböhmer Gespräche mit Vorsitzenden der Ortsvereine und zuletzt auch mit den beiden anderen Aspiranten geführt. „Wir brauchen jetzt ein offenes, ehrliches und faires Verfahren für die Kandidatennominierung“, betont der gebürtige Münsterländer, der nach einem kurzen Intermezzo als Richter eine 20-jährige Erfahrung in verantwortlichen Verwaltungspositionen vorweisen kann. Krumböhmer schlägt daher vor, dass die SPD-Bewerber sich kurzfristig in den Ortsvereinen einer Diskussion stellen, bevor eine Entscheidung fällt: „Viel Zeit bleibt uns nicht mehr.“

Mit dem Bewerber, der sich hier als Sieger herauskristallisiert, könnten dann Gespräche mit den Grünen aufgenommen werden. „Dass können wir aber erst machen, wenn sich die Partei sich eine Meinung gebildet hat“, sagt Krumböhmer, der bereits mit 17 Jahren der SPD beigetreten ist.

Die Grünen sieht Krumböhmer derzeit „leicht im Vorteil“, da sie sich mit Raimund Nowak bereits auf ihren Kandidaten verständigt haben. Eine Chance gegen den CDU-Bewerber Heiko Blume werde es jedoch nur geben, wenn sich SPD und Grüne auf einen gemeinsam getragenen Kandidaten einigen, ist seine Überzeugung. „Am Ende muss man mit demjenigen ins Rennen gehen, der die besten Aussichten hat.“ Eine Kandidatur um jeden Preis kommt für den Ersten Kreisrat, der vor seinem Wechsel nach Lüneburg in gleicher Position sieben Jahre beim Landkreis Hameln-Pyrmont wirkte, nicht in Frage: „Mein Ziel ist nicht, Kandidat zu werden. Ich will Landrat werden.“

Der verheiratete Vater dreier Kinder, der derzeit mit seiner Familie im Lüneburger Stadtteil Oedeme lebt, führt neben seinen guten Kontakten in Lüneburg auch enge Beziehungen in den Nachbarkreis Lüchow-Dannenberg als Plus ins Feld. In der derzeitigen Fusionsdiskussion sieht Krumböhmer den falschen Ansatz, auch die bisherige Zusammenarbeit der Landkreise im Nordosten Niedersachsens hält er für gescheitert. Sein Ziel ist es, die Zusammenarbeit unterhalb einer Fusion zu fördern: „Wir brauchen hier eine Entwicklungsagentur mit einem regionalen Budget, die eine effektive Förderung unserer Strukturen ermöglicht.“ Kreise, Städte, Gemeinden und auch die Kammern müssten sich hier vernetzen. Im Emsland habe man damit gute Erfahrungen gemacht.

Das sind allesamt schwierige Aufgaben, räumt Krumböhmer ein – „ich bin aber ein Typ, der diese Herausforderung braucht“.

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