Lüneburg will es genauer wissen

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Kreisfusions-Debatte: Nachbarkreis plant vertiefendes Gutachten zur Umland-Situation.

Uelzen/Lüneburg - Von Marc Rath. Die voraussichtlich nach der Landtagswahl 2013 anstehende Gebietsreform hat in diesem Sommer durch das vom Innenministerium vorgelegte Hesse-Gutachten Fahrt aufgenommen. Konkrete Handlungsoptionen hatte Professor Joachim Jens Hesse aber nicht zu auszuarbeiten, nur Denkmodelle. Der Nachbarkreis Lüneburg will es nun aber konkreter wissen.

Die dortige Kreisverwaltung hat 30 000 Euro in ihren Nächten Haushalt eingestellt, um bei dem Verwaltungsexperten ein so genanntes „Vertiefungsgutachten“ in Auftrag zu geben. Hesses Gutachten hält Lüneburg für zukunftsfähig, attestiert Uelzen wie auch Lüchow-Dannenberg „besonderen Stabilisierungsbedarf“. Hesse macht dabei deutlich, das Lüneburg eine entscheidende Rolle bei der Zukunftssicherung von Uelzen und Lüchow-Dannenberg zukomme (AZ berichtete).

Uelzens Nachbarn behagt diese Rolle nicht sonderlich. So monierte Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt gegenüber der Landeszeitung, dass immer nur Lüneburg genannt wurde, wenn es um die Zukunftssicherung der beiden Nachbarkreise gehe: „Aber kein Wort vom Kreis Celle.Warum nicht?“

Alle Optionen soll die neue Expertise ausarbeiten, die der Nachbarkreis aber nicht als Gegengutachten verstanden wissen will. Lüneburg will stattdessen seine Möglichkeiten aufgezeigt bekommen und „nicht darauf warten, dass das Land uns Vorgaben macht“, so Nahrstedt.

Auf den 435 Seiten finden sich für Uelzen nur wenige, dafür aber eindeutige Aussagen. Lüchow-Dannenberg verzeichnet dort die negativste Entwicklungsprognose unter Niedersachsens Kreisen. „Die entwicklungspolitische Lage Uelzens ist im Vergleich nur geringfügig besser“, heißt es in der Expertise. Zur Stabilisierung beider Kreise rät Hesse zu „einer Bündelung der Potenziale und eine weitere Entwicklung der Zentren Uelzen und Lüneburg“. Eine Variante sieht einen Zusammenschluss von Uelzen, Lüchow-Dannenberg und Lüneburg einerseits und Harburg und Stade andererseits vor. Alternativ: Harburg und Lüneburg (ohne Hansestadt und umliegende Gemeinden) und die Samtgemeinde Elbtalaue bilden den Kreis „Winsen/Elbe“. Demnach würden die Stadt Lüneburg und Umland mit dem Kreis Uelzen und Teilen Lüchow-Dannenbergs eine neue Einheit.

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