Nach Entscheidung der Polizeidirektion: Jörg Hillmer fordert grundsätzliche Diskussion zu Zwangsprostitution

Lovemobile: Debatte „noch nicht vom Tisch“

nre Uelzen/Landkreis. Auch wenn keine Sperrgebiete für Lovemobile im Nordosten Niedersachsens eingerichtet werden (AZ berichtete), für Jörg Hillmer ist das Thema noch nicht vom Tisch. Im Gegenteil: Die Diskussion müsse sogar erweitert und grundsätzlicher geführt werden.

Das sagte der CDU-Landtagsabgeordnete auf AZ-Nachfrage.

Die Fraktion der Christdemokraten in Hannover war es, die eine Einführung der Sperrgebiete für Liebes-Wohnwagen angeschoben hatte, weil der Jugendschutz und der öffentliche Anstand in Gefahr seien. So wurde im Sommer argumentiert. Nun nach zwei runden Tischen mit Kommunen, Landkreisen und Grundstückseigentümern aus dem Nordosten Niedersachsens und der Entscheidung der Polizeidirektion Lüneburg, dass die Prostituierten weiterhin an Straßen ihre Dienste anbieten dürfen, ordnet Hillmer die Diskussion in einen größeren Kontext ein. Die Sperrgebiete seien nur die Krücke gewesen, um auf ein viel schwerwiegenderes Problem aufmerksam zu machen. „Es geht um die Frage, wie Politik und Gesellschaft mit den Themen Zwangsprostitution und Menschenhandel umgehen“. Dabei habe die neue Bundesregierung das seit 2002 bestehende Prostitutionsgesetz anzupacken. Es entstand damit unter einer rot-grünen Bundesregierung. Es habe das Ziel verfolgt, dass Prostituierte eine Sozialversicherung abschließen können, sich anmelden und damit aus der Illegalität herauskommen. Allerdings würde davon kaum Gebrauch gemacht, womit das Geschäft mit der Sexualität im Dunkeln bleibe.

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