Mobile Patientenberatung beantwortet Fragen rund ums Kranksein

Lotse im Medizin-Dschungel

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Laura Tolle im Beratungsgespräch: In dem Fahrzeug kann bei Bedarf über einen Bildschirm ein Facharzt hinzugeschaltet werden.

Uelzen – Ob Patientenverfügung, Verhinderungspflege oder Krankengeld – bei Themen wie diesen wissen viele nichts Genaues oder haben nur vage eine Ahnung.

Es kann schnell gehen, dass Krankheiten unseren Alltag beeinflussen, und dann ist guter Rat mitunter nicht so einfach zu bekommen. Eine Möglichkeit ist, die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) in Anspruch zu nehmen – per Telefon, online per E-Mail oder auch persönlich.

„Wir sind in den größeren Städten Deutschlands mit Büros vertreten, in kleinen Städten sind wir ein- bis zweimal im Jahr“, erklärt Laura Tolle in dem kleinen Beratungsmobil, das auf dem Herzogenplatz steht. Die Themen, zu denen man sich beraten lassen kann, sind breit gefächert. „Viele der Menschen, die zu uns kommen, haben zum Beispiel Fragen zu ihren Rechten als Patienten, beispielsweise zum Krankengeldbezug. Wie lange bekommt man es? Wie viel Prozent des Gehalts ist es?“, erzählt Laura Tolle. Die Beraterin hat Gesundheitswissenschaften studiert. „Bei uns arbeiten viele Sozialfachangestellte oder auch medizinische Fachangestellte? Wir haben aber auch Juristen im Team oder auch Fachärzte.

Der Hauptsitz der UPD ist in Berlin – eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Ins Leben gerufen hat der Gesetzgeber diesen Bürgerservice, finanziert wird er von den gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen sowie den privaten Krankenkassen. „Wichtig ist, dass wir umsonst beraten und auf Wunsch eben auch anonym“, sagt Laura Tolle. „Manche Fragen zu Krankheiten oder auch zu der Erwerbstätigkeit sind ja für viele mit Scham verbunden.“

Auch könne ein Facharzt zum Beispiel zu Behandlungsfragen oder zu Operationsabläufen hinzugezogen werden. „Dafür haben wir einen Bildschirm, auf dem sich – sagen wir mal ein Chirurg – live zuschalten kann. Er kann den Patienten aber nicht sehen“, erklärt Laura Tolle weiter. So sei gewährleistet, dass auch bei heikleren Themen wie etwas Operationsfehlern oder sehr intimen Fragen die Anonymität gewährleistet sei. Bei Fragen zur Einnahme von Medikamenten können auch Pharmazeuten hinzugezogen werden.

In Deutschland gibt es über 100 „Filialen“ der UPD, alle in größeren Städten. Drei Beratungsmobile fahren das ganze Jahr hindurch kreuz und quer durch die Republik und machen in kleineren Städten Halt. „In Uelzen sind wir drei Mal dieses Jahr, das nächste mal am 2. Juli und dann im Herbst noch mal am 29. Oktober“, so Laura Tolle.

VON ROBIN VOGT

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