Mit Ernsthaftigkeit Blödsinn erzählen

Loriot-Freunde Uelzen planen abendfüllendes Programm

Roger Spangenberg ist Loriot-Freund der ersten Stunde. Um ein abendfüllendes Programm zu organisieren, sucht der Verein jetzt Verstärkung.
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Roger Spangenberg ist Loriot-Freund der ersten Stunde. Um ein abendfüllendes Programm zu organisieren, sucht der Verein jetzt Verstärkung.

Uelzen/Wieren – „Das Bild hängt schief“, „Ich möchte hier einfach nur sitzen“ oder „Mit Ihnen teilt meine Ente das Wasser nicht“: Sätze, die wohl jeder irgendwann schon einmal aufgeschnappt hat.

Sie stammen alle aus der Feder des deutschen Humoristen Vicco von Bülow alias Loriot, dessen Werken haben sich die Loriot-Freunde Uelzen verschrieben.

Auch Kassenwart Roger Spangenberg aus Wieren ist großer Fan der kultigen Sketche rund um Steinlaus, Kosakenzipfel und Co. Dabei stolperte er eigentlich eher zufällig in diese Welt hinein, wie er im AZ-Gespräch erzählt. Nachdem die Bauernbühne in Rätzlingen vor etwa 30 Jahren aufgelöst worden war, fanden sich einige Schauspieler weiterhin zusammen, um Loriot-Sketche einzuüben – darunter auch Spangenberg.

Der Startschuss für die Loriot-Freunde fiel 2012, als der Uelzener Kulturkreis einen Loriot-Abend auf die Beine stellte, an dem auch Spangenberg beteiligt war. Dabei hatten die Darsteller so viel Spaß, dass sie sich zu den Loriot-Freunden formten. Seit 2017 existiert die Gruppe als offizieller Verein.

Inzwischen sind jedoch nur noch fünf Mitglieder übrig, viele sind gegangen – „teilweise aus Enttäuschung“, erklärt Spangenberg. Denn lange waren die Freunde nur mit kleineren Auftritten auf Geburtstagen oder Hochzeiten unterwegs, ein neues, abendfüllendes Programm blieb ein Wunschtraum. Ein solches ist nun für den Herbst 2021 eingeplant, doch dafür brauchen die Loriot-Freunde Verstärkung. Zehn bis zwölf Leute sollte man schon sein, meint Spangenberg.

Wichtigste Voraussetzung: „Man muss dafür ein Faible haben, dass man sich traut, vor ein paar hundert Leuten aufzutreten“, betont der 63-Jährige. Auch genügend Zeit sollten Interessierte mitbringen. Zudem sei es wichtig, die Rolle nicht nur zu spielen, sondern auch zu fühlen. „Loriot hat einen sehr ausgeprägten, trockenen Humor“, erklärt Spangenberg. „Man muss mit Ernsthaftigkeit Blödsinn erzählen.“

Unter den zahlreichen Sketchen und Rollen, die die Loriot-Freunde im Repertoire haben, fällt es Spangenberg schwer, einen Favoriten auszumachen. Er selbst spielt alle seine Rollen mit Leib und Seele. So stand er auch schon mit gebrochenem Knöchel auf der Bühne und spielte im Kosakenzipfel-Sketch den Kellner. Und auch die Rollen der Herren Müller-Lüdenscheidt und Dr. Klöbner fordern Körpereinsatz: Hier sind die Schauspieler fast nackt auf der Bühne.

Immer wieder zitiert Roger Spangenberg mit leuchtenden Augen aus den Sketchen. Er selbst will mit den Aufführungen weitermachen, so lange er laufen kann und die Texte auswendig kann. VON DANIEL BIELING

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