Bewerber für neue Impulse

Léonard Hyfing (FDP) will für Landratsposten kandidieren

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„Der Landkreis Uelzen kann einen frischen Wind vertragen“, sagt Léonard Hyfing. Der 32-jährige studierte Agrarwissenschaftler will für den Landratsposten kandidieren.

Uelzen/Altenmedingen – Sie seien am Überlegen, ob sie einen Kandidaten zur Landratswahl aufstellen werden, erklärten die Liberalen in den vergangenen Monaten mehrfach. Zum Start des neuen Jahres kündigt nun der FDP-Kreisvorsitzende, Léonard Hyfing, an, für den Landratsposten kandidieren zu wollen.

Der 32 Jahre alte Agrarwissenschaftler sagt: „Der Landkreis kann einen frischen Wind vertragen.“

Seine Partei hat Hyfing noch offiziell zum Landratkandidaten zu nominieren. Das soll Ende des Monats bei einer Aufstellungsversammlung geschehen – in Groß Hesebeck im Norden des Landkreises, aus dem der Liberale auch stammt.

Hyfing ist in Vorwerk bei Altenmedingen groß geworden, wo seit Generationen seine Familie einen landwirtschaftlichen Hof betreibt – aktuell mit Ackerbau, Schweinehaltung und Stromerzeugung. Nach seinem Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaft des Landbaus in Göttingen und Paris ist er in die Heimat zurückgekehrt, arbeitet inzwischen seit fast acht Jahren im Familienbetrieb mit. Er komme damit aus der Wirtschaft, nicht aus der Verwaltung – das spreche für ihn. Zudem könne mit ihm auch ein Generationswechsel an der Spitze der Kreisverwaltung stattfinden.

Aber ist er nicht zu jung für die Aufgabe?, mögen Kritiker fragen. Die Kreisverwaltung zählt rund 400 Mitarbeiter. „Ich traue mir das zu“, sagt Hyfing. Und: Er habe schon mehrfach erlebt, dass er für zu jung gehalten worden sei. Wenn es ihm an einem nicht mangele, dann an dem Willen, sich in etwas reinzuarbeiten und Aufgaben zu übernehmen.

Mit Anfang 30 ist er so jüngstes Mitglied im Altenmedinger Rat sowie im Rat der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf. Er sitzt auch im Kreistag. Vor einem Jahr übernahm er den Vorsitz des FDP-Kreisverbandes, hat sich zuvor schon überörtlich bei den jungen Liberalen (Julis) engagiert – war unter anderem Landesgeschäftsführer der Julis.

Ausgangspunkt war das Jahr 2005, in dem er sich den Julis anschloss. Weltoffenheit. Freiwilligkeit. Toleranz. Dafür stehe die FDP – für ihn die richtige politische Heimat. Der 32-Jährige ist mit einem Mann verpartnert.

Die Schulpolitik im Landkreis treibt Hyfing um. Die Kooperative Gesamtschule in Bad Bevensen platzt aus allen Nähten angesichts hoher Anmeldezahlen. Andere Bildungseinrichtungen verlieren zunehmend Schüler. Für den Liberalen ein hausgemachtes Problem des Landkreises, in dem die CDU bereits seit vielen Jahren die Mehrheit im Kreistag und aktuell auch den Landrat stelle. „Es wurde die Schulpolitik schleifen gelassen“, so Hyfing.

Auch mit dem langwierigen Verfahren zum Ausweisen von neuen Windkraftanlagen habe der Landkreis sich nicht mit Ruhm bekleckert. Egal wie man zu Windrädern stehe, mit den Anlagen werde werde Geld erwirtschaftet, das in der Region bleibe. Der Nachbarlandkreis Lüneburg sei hier deutlich schneller vorangekommen.

Hyfing sieht Handlungsbedarf und will die Themen anpacken. „Es ist Zeit für neue Impulse im Landkreis“, sagt der 32-Jährige.

VON NORMAN REUTER

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