Metronom kündigt dennoch an: Ab 29. Oktober fällt kein Zug mehr aus

Elf Lokführer fehlen

  • vonSteffen Kahl
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Uelzen. Die Situation war dramatisch, das Krisenmanagement gelang aus Unternehmenssicht aber: Zehn Verbindungen auf den Strecken Hamburg – Bremen und Hamburg – Uelzen strich die Metronom Eisenbahngesellschaft ab dem 17. Oktober, um den Frust der Fahrgäste über kurzfristige Ausfälle zu minimieren.

Darunter zwei morgendliche Züge auf der Strecke von Uelzen nach Hamburg und einer am Abend in die Gegenrichtung. 

Die Maßnahme hat laut Unternehmenssprecher Björn Pamperin „sehr geholfen“. Der Hintergrund: Zusätzlich zu der ohnehin dünnen Personaldecke hatten Krankheitsfälle und ein Rangierunfall mit dem anschließenden Ausfall zweier Zugverbände das Unternehmen Anfang Oktober belastet.

Nach derzeitigem Stand können die Verbindungen wie geplant ab kommendem Sonnabend wieder in vollem Umfang angeboten werden, sagte Pamperin gestern. Hierzu führe insbesondere die Genesung von zuvor krankem Personal. Weitere Maßnahmen deutete Pamperin nur an: „Wir haben uns so aufgestellt, dass kein Zug mehr ausfällt.“

Unabhängig davon könnten elf Lokführerstellen im Unternehmen derzeit nicht besetzt werden. Das Unternehmen würde gerne weitere Auszubildende oder gar fertig ausgebildete Lokführer einstellen, allerdings seien gerade Ausgelernte Mangelware, so Pamperin. Trotz Schichtdienst, so der Sprecher weiter, sei Lokführer aber nach wie vor ein „Traumberuf“.

Rainer Peters, Sprecher der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG), kommentierte die Verbindungsstreichungen des Metronom so: „Das ist vorübergehend ein probates Mittel. Die Leute können sich darauf einstellen.“ Und der Metronom stelle auch keinen Einzelfall dar.

Zuvor hatte die LNVG, Tochter des Landes Niedersachsen, allerdings bereits angekündigt, aufgrund von Ausfällen Fördergelder in Millionenhöhe zurückzufordern – wohl aber nur zum Teil vom Metronom. Dies sähen die Verträge vor. Mit 300 Millionen Euro aus Steuergeldern unterstütze die Gesellschaft den Regionalverkehr in Niedersachsen. Denn nur 30 bis 40 Prozent der Betriebskosten würden durch Ticketeinnahmen gedeckt.

Von Steffen Kahl

Rubriklistenbild: © Archiv / Ph. Schulze

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