Touristiker wollen Vermarktung und Angebote im Landkreis Uelzen umstellen

Lifestyle ist Trumpf

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Ebikes, die derzeit in Bad Bevensen verliehen werden, sind ein Steckenpferd, das die HeideRegion-Uelzen mit Hilfe der Lüneburger Heide GmbH künftig besser vermarkten möchte – ein Ansatz, der in das neue Konzept nach Lifestyle-Faktoren passt.

Uelzen/Landkreis. Statt demographischem Faktor setzen die Touristiker des Landkreises Uelzen künftig auf den „Lifestyle-Faktor“.

So nennen die Fachleute der Lüneburger Heide GmbH (LHG) und der HeideRegion Uelzen ihr neues Klassifizierungsmerkmal, nachdem die Werbung für die Region vollkommen neu aufgestellt werden soll. Dabei wird nicht nur das Alter der Gäste, sondern vor allem deren Lebensweise berücksichtigt.

„Wir setzen derzeit in der Lüneburger Heide zu 24 Prozent auf eine aussterbende Gruppe. Die Ansprüche der Gäste haben sich einfach geändert“, erklärt Ulrich von den Bruch, Geschäftsführer der LHG. Bisher war die Bedienung der klassischen Gruppe 60-Plus das Steckenpferd der Tourismus-Fachleute der Region. Die neue Feinanlayse von Gästen und deren Bedürfnissen spreche eindeutig für einen Ausbau des Angebots – und eine andere Vermarktungsstrategie. „Zielgruppenorientierte Angebote“ lautet das Schlüsselwort. Von den Bruch: „Wir haben große Vermarktungschancen in den Bereichen Ruhe und Natur. Das ist im Kommen. Nicht alle 60-Jährigen haben die gleichen Bedürfnisse. Wir müssen mehr ins Detail gehen, um mehr Gäste anzusprechen.“ Etwa fünf Jahre rechnet der LHG-Geschäftsführer für die Umstellung von Angebot und Vermarktung. Jede Unterkunft müsste klassifiziert und mit den entsprechenden Stichworten belegt werden. Die Lüneburger Heide ist derzeit die einzige Region in Deutschland, die ihr Angebot nach dem Lifestyle-Faktor ausrichten möchte. Von den Bruch: „Wir haben da einen eindeutigen Vorteil.“

Grundsätzlich verzeichnet die LHG, die als Dachverband Hand in Hand mit der kreisweiten Tourismusorganisation HeideRegion Uelzen arbeitet, nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr 2012 ein Plus von rund 15 Prozent bei den Übernachtungszahlen im Landkreis Uelzen. „Und das liegt nicht an Bad Bevensen“, betont von den Bruch. Wachsen würde der Tourismus vor allem im Umland. Rund 700 000 Gäste begrüßen die Gastgeber des Landkreises jährlich – private Betten ausgenommen.

Steigend würde die Nachfrage im Bereich Freizeitgestaltung vor allem bei den Ebikes. Mit Bad Bevensen, der größten Ebike-Station im Norden, sei der Landkreis in diesem Gebiet gut vertreten. Inzwischen gibt es auch Kartenmaterial, in dem kostenlose Ladestationen für die mit Strom betriebenen elektronischen Fahrräder verzeichnet sind. Nachbessern müsse die Region bei der Vermarktung des Bereiches Gesundheit. Dieses Toursimusstandbein wurde nämlich in dem „Masterplan“ ausgeklammert, der entwickelt wurde, als LHG und HeideRegion Uelzen 2008 beschlossen, gemeinsame Wege zu gehen. Von den Bruch: „Das war ein Fehler. Wir haben aber inzwischen eine entsprechende Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz von Uwe Winter, dem Geschäftsführer der Kurgesellschaft Bad Bevensen, gegründet. Sie beschäftigt sich mit dem Bereich Gesundheit.“

Im Zuge der Umstellung des Tourismus stellen sich jedoch nicht nur inhaltliche, sondern auch organisatorische Fragen. Stichwort: Zentralisierung. „Wir müssen größer und professioneller werden“, stellt von den Bruch klar, in welche Richtung die Fremdenverkehrs-Arbeit in der Heide gehen soll. Und auch Jürgen R. Clauß, Geschäftsführer der HeideRegion Uelzen bestätigt: „Es wird einen Bündelungsprozess im Landkreis geben.“ Erklärter Wille der Verbände sei es, dass die Touristiker an der Basis Vorschläge für die Umstrukturierung machen.

Von Wiebke Brütt

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