B4: Uelzens Top-Blitzer wird abgebaut

Er ließ beim Kreis die Kasse klingeln

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Uelzen. Er spült dem Landkreis jährlich fast eine Million Euro in die klamme Kasse: Der stationäre Blitzer auf der Bundesstraße 4 zwischen Uelzen und Kirchweyhe löst vor allem in den Nachtstunden reihenweise aus.

Auf der zu dieser Zeit wenig befahrenen Fernstraße hält sich kaum jemand an die vorgeschriebenen 50 km/h. Doch ausgerechnet dieser „Blitzer“ hat keine Zukunft: Im Zuge des Baus einer Ortsumgehung für Kirchweyhe wird die betroffene Kreuzung schon in den nächsten Wochen zu einem Kreisverkehr umgebaut – und dort mit überhöhter Geschwindigkeit durchzubrausen, dürfte schwierig werden. Also muss ein neuer Standort für das Gerät her – ein ein finanziell so attraktiver wie der aktuelle dürfte allerdings kaum zu finden sein.

Insgesamt kassierte der Landkreis Uelzen im vergangenen Jahr durch seine fest installierten Kontrollanlagen rund 2,8 Millionen Euro, davon kamen allein schon 890 000 Euro durch die Anlage an der so genannten „blauen Lagune“ zusammen. Für 2012 rechnet die Kreisverwaltung gerade einmal noch mit 190 000 Euro Einnahmen durch den Top-Blitzer – bleibt ein Minus von 700 000 Euro. „Wir sehen aktuell keine konkreten Möglichkeiten, die vermuteten Einnahmeausfälle zu kompensieren“, erklärt Kreissprecher Martin Theine.

Nach den Vorschlägen von Polizei und Unfallkommission könnte die Messanlage künftig am Suhlendorfer Kreuz im Zuge der Bundesstraße 71 aufgestellt werden, da dieser Bereich als Unfallschwerpunkt bewertet wird. Die Entscheidung über einen neuen Standort trifft der Kreisausschuss voraussichtlich in seiner Sitzung am 6. März.

Die Kreisverwaltung legt in diesem Zusammenhang Wert darauf, „dass es uns bei der Verkehrsüberwachung nicht vorrangig darum geht, Einnahmen für die Kommune zu erzielen“, betont Theine. Vielmehr solle durch die Aufstellung von Radarmessanlagen die Verkehrssicherheit an Unfallschwerpunkten erhöht werden. „Insofern begrüßen wir ausdrücklich, dass mit dem Bau des Kreisels Kirchweyhe die Verkehrssicherheitslage nochmals erhöht wird“, versichert der Kreissprecher – und verweist darauf, dass im Jahr 2011 entgegen dem Landestrend im Kreis Uelzen das Verkehrsunfallfallgeschehen einen positiven Trend aufweise.

Doch längst nicht alle Kraftfahrer sehen die Blitzanlagen als Unfallvermeider. So wurde vergangenen Herbst das Messgerät bei Jelmstorf komplett demoliert (AZ berichtete). Ersatz ist noch nicht geliefert worden. Finanzielle Verluste hat der Kreis dadurch nicht, da das Kamerinnenteil im Wechsel bei Jelmstorf und im Blitzer bei Steddorf installiert war – jetzt ist der Steddorfer rund um die Uhr aktiviert.

Von Thomas Mitzlaff

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