„Feederleichte“ Stücke mit Tiefgang

Liedermacherin Fee Badenius verzaubert Publikum im Neuen Schauspielhaus in Uelzen

Auch CDs von Fee Badenius, handsigniert von der Künstlerin, waren sehr begehrt.
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Auch CDs von Fee Badenius, handsigniert von der Künstlerin, waren sehr begehrt. 

Uelzen – Es scheint, als eile ihr der Ruf voraus: Voll besetzt war das Neue Schauspielhaus an der Rosenmauer, als Fee Badenius und ihre Band am Samstagabend ihr erstes Gastspiel in Uelzen gaben.

Und tatsächlich wird die sympathische Liedermacherin aus Witten allerorts mit Superlativen bedacht: Charmant, intelligent, anschmiegsam und hintersinnig sind nur einige Attribute, die ihr stets zugesprochen werden. Und womit? Mit Recht.

Den Zuhörern in Uelzen erzählt sie zunächst eine Posse aus ihrer Heimatstadt, als Spezialtaucher eine im Teich eingefrorene Ente aus dem Eis befreiten und selbige sich als Holzente entpuppte. Überhaupt ist Fee Badenius der Dialog mit dem Publikum wichtig. Er dient gleichermaßen als Überleitung zwischen den einzelnen Stücken, ist aber auch Stilmittel, um die Gäste so ganz nebenbei auf ihre Seite zu ziehen.

Ihre Lieder handeln natürlich von der Liebe, aber nicht nur. Es geht auch um Selbstreflexion, beispielsweise im Stück „Selbstoptimierung“ („Es wäre besser, wenn ich besser wär‘“), oder um Ideologien wie bei „Fleisch ess Lust“ („Ich habe manchmal Fleisch-ess-Lust – ich bin mir dieser Peinlichkeit bewusst“) – ein Titel übrigens, der deutlich macht, dass die Feinsinnigkeit auch manchmal des geschriebenen Wortes bedarf.

Mal melancholisch oder herzzerreißend, mal feinsinnig und leicht: Fee Badenius begeisterte am Samstagabend die Zuhörer bei ihrem Auftritt im Neuen Schauspielhaus.

Mitunter melancholisch oder herzzerreißend wie in „Mein Kind“, aber immer zart und leicht – eben „feederleicht“ – singt sie sich auch im Neuen Schauspielhaus in die Herzen ihrer Zuhörer. Ihre Band, Johannes Stil (Piano und Akkordeon), Jochen Reichert (Kontrabass) und Christoph Helm (Schlagzeug und Percussion), begleitet die Stücke mit der selben Leichtigkeit – unaufdringlich, dahin-schwebend und technisch perfekt.

„Böse“ sind ihre Texte nie, sie setzen lediglich kleine Stiche. Man spürt zwar den Reiz, wird aber nicht ernsthaft verletzt. Wie auch bei „Körperformen“ mit einer gehörigen Portion Selbstironie: „Ich sehe überall Körperformen, ich gehe mal lieber meinen Körper formen.“ Denn: „Gefordert werden diese Körpernormen.“

„Es gibt ja für jedes Lied einen, der die Botschaft versteht“, erklärt die Künstlerin im Interview. „Ich möchte nicht belehren, es geht nicht nur um Therapie, sondern auch um Unterhaltung.“ Am 7. März 2020 wird Fee Badenius erneut im Neuen Schauspielhaus zu Gast sein, dann mit ihrem neuen Soloprogramm.

VON OLIVER HUCHTHAUSEN

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