Mathias Bozó interpretiert Udo Jürgens

Lieder voller tiefer Gefühle im Neuen Schauspielhaus

Mathias Bozó bot im Garten des Neuen Schauspielhauses in Uelzen ein eindrucksvolles Konzert mit Liedern von Udo Jürgens.
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Mathias Bozó bot im Garten des Neuen Schauspielhauses in Uelzen ein eindrucksvolles Konzert mit Liedern von Udo Jürgens.

Uelzen – Gleich zu Beginn macht Mathias Bozó am Sonnabend seiner durch die Corona-Bestimmungen eingeschränkten Zuschauerschar im Garten des Neuen Schauspielhauses in Uelzen klar, dass es kein Abend mit den Kassenfüllern des großen Udo Jürgens geben wird.

Er verspricht viele neue Erfahrungen und beginnt mit dem Titel „Traumtänzer“, in dem Jürgens seine Wünsche, seine Ängste beschreibt. „Ich bin in eine Welt hineingeboren,“ heißt es da, „die einem großen Trümmerhaufen glich. Der Teufel hat sein Spiel noch nicht verloren, Doch wenn er es gewinnt, dann ohne mich. Ein Traumtänzer, Traumtänzer, Traumtänzer bin ich. “.

Bozó zeigt in seiner Mimik, dass er aufgeht in den Liedern von Udo Jürgens, vor allem in den Liedern der fast 1000 Kompositionen des Stars, die nicht so eingängig sind, die etwas verquer daherkommen, zeitkritisch sind, Missstände anprangern und nicht in allem dem „Mainstream“ entsprechen. Es sind auch seine, Bozós, Lieder – balladenhaft sentimental die einen, rhythmisch, laut die anderen. Sie künden von tiefen Gefühlen, sind liebevoll, sprechen Probleme an, sind aber auch teilweise Hoffnung spendende Hymnen.

Mathias Bozó kennt „seinen“ Jürgens, dessen Songs ihn schon im Alter von neun Jahren zum Nachsingen inspirierten. Nun sitzt er – nach langer Corona-Zwangspause – auf der mit einer neuen, regenfesten Plane überdeckten Bühne, während seine Zuhörer vor ihm im Garten Platz genommen haben.

Doch der Wettergott zeigt sich an diesem Abend nicht von seiner guten Seite. Sechs Lieder hat Bozó draußen singen und spielen können, dann – bei „Alles, was ich bin“, seinem – wie er sagt – Lieblingslied, zwingt anhaltender Regen zum Abbruch und zum Umzug in den Saal des Schauspielhauses. Mit Mund-Nasen-Schutz und in Abstand zueinander verfolgen die rund 50 Gäste das weitere Programm.

Passend zur momentanen Situation vieler Künstler singt Bozó engagiert mit Leib und Seele „Der Zirkus darf nicht sterben“. Besonders das zeitlos aktuelle „Lieb Vaterland“ gefällt dem Publikum und wird gebührend mit Beifall belohnt. Als Zugabe gibt es Jürgens‘ Vermächtnis „Mein größter Wunsch“, das mit den Worten endet: „Das Leben lieben und sich vor dem Glück verneigen – um das zu sagen, schrieb’ ich dieses Lied.“ VON FOLKERT FRELS

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