Liebe ist immer Trend

Zahlendreher: Antonio Banderas und Anna-Lena Koopmann stellten fest, dass der Schauspieler dieses Jahr sein 15-jähriges Ehejubiläum und seinen 51. Geburtstag gefeiert hat. Fotos: Koopmann/dpa

14 Jahre – so lange hält die Durchschnitts-Ehe der Deutschen. In Hollywood endet das „bis in alle Ewigkeit“ meist schon innerhalb der ersten drei Jahre (den Negativ-Rekord hält Britney Spears, die sich 2004 nach nur 55 Stunden wieder scheiden ließ).

Absolut bewundernswert ist hingegen das Durchhaltevermögen von Antonio Banderas und Melanie Griffith. Während der Dreharbeiten zu dem gemeinsamen Film „Two Much“ lernten sie sich 1995 kennen, ein Jahr später wurde geheiratet. Es war für keinen der beiden die erste Ehe, doch die erste, die in guten, wie in schlechten Zeiten Bestand hatte. Und letztere erleb ten die beiden Schauspieler häufig. Griffith litt jahrelang an Alkohol- und Tablettensucht – eine Herausforderung für die Beziehung, wie Banderas offen zugibt. Doch anstatt die Ehe zu zerstören, hat der gemeinsame Kampf sie nur noch gestärkt. Was ist das Erfolgs-Geheimnis dieses Paares? Diese Frage stellen sich viele. Und ich glaube, ich habe – ohne zu fragen – die Antwort gefunden.

Ich bin von einem US-Filmverleih zum Dinner ins „Lucques“ eingeladen, einem exquisiten Franzosen auf der Melrose Avenue in Los Angeles. In den meisten Bars und Restaurants in der Traumfabrik L.A. geht es einzig darum, extrem glamourös, extrem stylish und extrem trendy zu sein. Das Ziel: Kurzzeitig als „Top-Location“ gelten – um nach wenigen Monaten von einem neuen Hotspot abgelöst zu werden. Das „Lucques“ ist anders. Rustikale Backsteinwände, Holzgebälk und ein knisternder Kamin verleihen dem kleinen, verwinkelten Raum eine gemütliche Atmosphäre. Im romantischen Außenbereich stehen Olivenbäume, an den Wänden klettert der Efeu empor. Das „Lucques“ ist ein verlässlicher Rückzugsort aus der hektischen, oberflächlichen Glamour-Welt. Entspannt und gut gelaunt wandert Antonio Banderas zwischen den Tischen umher, plaudert, scherzt. Seine Frau Melanie Griffith hält sich dezent im Hintergrund. Heute Abend gehe es um ihren Mann, der einen neuen Film promotet, erklärt sie mir. Sie wolle sich nicht aufdrängen, sie sei nur seine Begleitung und somit privat hier. Wenn sich die Blicke von Griffith und Banderas begegnen, lächeln sie sich zu. Immer wieder gibt er ihr im Vorbeigehen einen flüchtigen Kuss auf die Wange oder drückt liebevoll ihren Arm. „Viele haben unserer Ehe maximal sechs Monate gegeben“, erinnert sich der Spanier. „Es war sicher nicht immer einfach, aber ich bin niemand, der so leicht aufgibt. Ich liebe Melanie noch immer, sie ist der authentischste Mensch, den ich kenne“, schwärmt er von seiner drei Jahre älteren Frau.

Authentizität. Geborgenheit. Ein Ort, wo man sich entspannen und man selbst sein kann.

Es scheint, als sei das Erfolgs-Geheimnis von Antonio Banderas und Melanie Griffith genau das gleiche, wie das des „Lucques“.

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