Paritätischer Wohlfahrtsverband kauft BBS-Gebäude / Umbau für 2,6 Mio. Euro

Liebe auf den ersten Blick

Zwischen 1949 und 1957 erbaut, wird die einstige Landwirtschaftsschule im kommenden Jahr mit neuem Leben gefüllt – der Paritätische Wohlfahrtsverband zieht hier ein. Fotos: Wendlandt/Lübbert/Privat

Uelzen. „Ich bin total verliebt!“ Gudrun Schwarz sagt es so, wie sie fühlt, wenn sie an die neue Errungenschaft des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Uelzen, dessen Geschäftsführerin sie ist, denkt:

Die Organisation hat dem Landkreis Uelzen nämlich das Gebäude der Berufsbildenden Schulen II an der Veerßer Straße 92 abgekauft. „Die meisten, denen wir davon erzählen, sagen: ,Was, ihr habt die Landwirtschaftsschule gekauft?’“, schmunzelt Gudrun Schwarz, „und wir sagen dann: ,Ja, haben wir!’“.

Bis zum kommenden Sommer wird der Paritätische rund 2,6 Millionen Euro (inklusive Kaufpreis) in das Projekt investieren und dann von seinen doch recht beengten Räumen an der St.-Viti-Straße in einen Trakt des ehemaligen Schulgebäudes umziehen. „Die Lage ist einfach super“, schwärmt Gudrun Schwarz von ihrer neuen „Liebe“ und berichtet, dass man schon länger auf der Suche nach einer größeren, zentral gelegenen Immobilie gewesen sei, bislang aber nicht das Passende gefunden habe.

Einen Teil der Schulmöbel erhielt die Bahnhofsmission.

Die stadtnahe Lage war eines der ausschlaggebenden Kriterien für den Kauf. Denn der Paritätische will sich in der ehemaligen BBS II nicht nur mit seiner Verwaltung niederlassen, sondern auch eine Sozialstation für seinen ambulanten Pflegedienst schaffen, eine Tagespflege für 16 Personen sowie einen Wohlfühlgarten anlegen und Mietwohnungen einrichten, die zwischen 70 und 105 Quadratmeter groß sein werden – für eine Wohnung ist bereits ein Vorvertrag geschlossen, zwei weitere Interessenten haben sich ebenfalls vormerken lassen. „Der Bedarf für großzügiges, modernes, barrierefreies und stadtnahes Wohnen ist ohne Frage vorhanden“, weiß Gudrun Schwarz aus diversen Gesprächen.

Nach dem Motto „Wenn schon, dann richtig“, wie es die Geschäftsführerin und ihre Vertreterin, Verwaltungschefin Brigitte Riemer, formulieren, wird der Paritätische in Uelzen künftig also auf 1600 Quadratmetern wirken können, statt auf den zurzeit noch 157 Quadratmetern an der St.-Viti-Straße. Die ehemalige Schule, deren Gebäudeteile zwischen 1949 und 1957 entstanden sind, wird komplett entkernt, von innen isoliert und rundum erneuert. Allein die charakteristische Außenfassade mit ihren roten Backsteinen bleibt erhalten.

Kleine Schätze – wie zum Beispiel ein alter Brunnen oder ein freskenartiger Fliesenspiegel im Innern der einstigen Schule – können zwar nicht an Ort und Stelle erhalten werden, dafür aber andernorts: Der Paritätische wird diese Schmuckstücke an das Museumsdorf in Hösseringen abgeben. Mit den neuen räumlichen Möglichkeiten bieten sich auch neue inhaltliche Möglichkeiten, sagen Schwarz und Riemer. So könne man beispielsweise die Beratung für die Selbsthilfegruppen im Landkreis weiter ausbauen, die Beratung des Sozialverbands VdK finde ein besseres Umfeld und auch der Verein für Jugenderholung kann ein eigenes Büro erhalten. Insgesamt könnten alle Mitgliedsorganisationen des um die 60 Mitarbeiter zählenden Paritätischen Wohlfahrtsverbandes ihre Möglichkeiten viel besser ausschöpfen. Und mit neuen Arbeitsbereichen – wie der entstehenden Tagespflege – werden auch neue Arbeitsplätze geschaffen, so Schwarz.

Von Ines Bräutigam

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