Fabel fordert Auflösung der Schulbezirke / Keine Unterstützung von Elternrat

Liberaler im Alleingang

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Der Schulbezirk des Lessing-Gymnasiums soll möglicherweise erweitert werden.

Uelzen/Landkreis. Die Diskussion um eine Neuordnung der Schulbezirke im Kreis Uelzen bekommt eine neue Dimension: Der Kreistagsabgeordnete Rainer Fabel (FDP) hat am Dienstagabend nach der Sitzung des Kreistages Landrat Heiko Blume einen Antrag überreicht.

Der Liberale fordert eine Auflösung aller Schulbezirke in Verantwortung des Landkreises fordert. Fabel verspricht sich von einer Auflösung der Schulbezirke „einen Wettbewerb der Schulen untereinander“, der in eine bessere Qualität der Bildungseinrichtungen münden werde. Schon jetzt, so formuliert der Kreistagsabgeordnete, gebe es im Kreis für mehr als 800 Schüler Ausnahmegenehmigungen zum Besuch der Schule ihrer Wahl. Diese hohe Zahl habe dazu beigetragen, diesen Antrag zu stellen, so Fabel. Und: „Eigenverantwortliches und verantwortungsbewusstes Handeln in freier Selbstbestimmung obliegt den Eltern und nicht der Kommune“, schreibt der FDP-Mann in seinem Antrag.

Der besitzt indes politische Brisanz. Fabel gehört der CDU/FDP/RRP-Kreistagsgruppe an, die im April die Diskussion um die Schulbezirke losgetreten hatte. Karsten Jäkel hatte seinerzeit für die gesamte Gruppe beantragt, dass der Schulbezirk des Lessing-Gymnasiums in Uelzen um den nördlichen Bereich des Kreises erweitert wird, damit die Bildungseinrichtung auch dort für sich werben darf. Gegen diesen Vorstoß formiert sich gegenwärtig in der Gemeinde Bienenbüttel Widerstand, weil mit einer solchen Änderung den Bienenbütteler Eltern die Möglichkeit genommen würde, ihre Kinder in der benachbarten Stadt Lüneburg unterrichten zu lassen. Ratsmitglieder der Gemeinde wollen dazu in den nächsten Tagen auch noch in der CDU/FDP/RRP-Gruppe vorsprechen. Dieses Gespräch und auch eine noch ausstehende Stellungnahme der Gemeinde Bienenbüttel zu der möglichen Erweiterung des LEG-Schulbezirks wolle man zunächst noch abwarten, bevor die Kreistagsgruppe über weitere Schritte entscheide, sagte gestern der Gruppen-Vorsitzende Claus-Dieter Reese, der zugleich keinen Zweifel daran ließ, wie er zum Antrag des Gruppen-Mitgliedes Rainer Fabel zur Schulbezirksauflösung zum jetzigen Zeitpunkt steht. Er sei kontraproduktiv und gefährde Schulstandorte im Kreis, so Reese. Denn es sei zu erwarten, dass durch eine freie Schulwahl Bildungseinrichtungen mit schon wenig Schülern in ihrer Existenz bedroht würden.

Dieses Argument hatte den Kreiselternrat mit dazu bewogen, einen gleichlautenden Antrag zur Auflösung der Schulbezirke für die weiterführenden Schulen zurückzuziehen. Aus diesem Grund, so sagte der Vorsitzende des Gremiums, Mike Finke, auf AZ-Nachfrage, dürfe Rainer Fabel sicher nicht mit einer Unterstützung des Kreiselternrates bei seinem Vorstoß rechnen.

Von Norman Reuter

Das Thema Schulbezirke wird am Donnerstag mit zwei weiteren Artikeln in der Printausgabe der AZ weiter behandelt.

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