Die Natur schert sich nicht um die Schönheitsideale für Weihnachtsbäume / Suche ist daher nicht ganz einfach

Das letzte Wort haben die Frauen

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Harmonie statt Stress in der Familie: Brigitte Chioditti (2. v.r.) und ist mit ihrem Mann, den Kindern und Enkelkindern nach Wrestedt gekommen. Zwei Bäume wurden mit einem gewichtigen Wort der Frauen ausgewählt.

Uelzen/Wrestedt. „Nein, ich entscheide das nicht. Drei Mal habe ich schon daneben gelegen, nochmal sicher nicht. “ Die Stimme des Mannes dringt durch das Dickicht der Nordmanntannen vor dem Gut in Wrestedt.

In den Gesichtern derer, die die Reihen mit den unzähligen Bäumen abschreiten, ist in diesem Moment abzulesen: Jeder hat schon einmal einen solchen Satz entweder selbst ausgesprochen oder zu hören bekommen.

Die Suche nach dem richtigen Weihnachtsbaum für das Fest verläuft nicht immer harmonisch. „Hier kriegen sich Ehepaare öfter in die Haare“, weiß ein Mitarbeiter von Almuth Gräfin Grote zu berichten, bei der seit vielen Jahren Nordmanntannen in Wrestedt zu kaufen sind. Der Baum: Er darf kein Hänfling sein, aber auch nicht zu buschig; vom Stumpf bis zur Spitze möglichst gleichmäßig gewachsen, damit er den Weg in das heimische Wohnzimmer findet. Die Natur schert sich aber nicht um die „Schönheitsideale“ der Käufer und so wird die Suche nach dem Prachtstück teils zur „Zerreißprobe“ für Familien.

Brigitte Chioditti kann noch lachen. Mit ihrem Mann, den Kindern und Enkelkindern ist sie nach Wrestedt gekommen. Einmal fündig wurden sie bereits. Die Tanne für das eigene Wohnzimmer liegt im Auto, nun wird noch ein Baum für die Kinder benötigt. Zwei Exemplare sind in der engeren Auswahl. Bei dem einen stimmt die Größe, beim anderen der Wuchs. Skeptische Blicke, das Für und Wider wird noch einmal gegeneinander abgewogen. Mit einem Augenzwinkern sagt Brigitte Chioditti: „Das letzte Wort haben natürlich die Frauen.“

Von Norman Reuter

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