Abriss läuft an Niendorfer Straße / Ab Juli Gründungsarbeiten für Neubau

Letzte Tage des alten Wichern-Hauses in Uelzen

Schweres Gerät kommt an der Niendorfer Straße zum Einsatz: Die Mauern des Hauptgebäudes des Wichern-Hauses werden in diesen Tagen abgetragen.
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Schweres Gerät kommt an der Niendorfer Straße zum Einsatz: Die Mauern des Hauptgebäudes des Wichern-Hauses werden in diesen Tagen abgetragen.

Uelzen – Die Abrisszange „frisst“ sich durch die Uelzener Geschichte: Das Seniorenheim „Wichern-Haus“ wird abgetragen. In diesen Tagen weichen die Mauern des Hauptgebäudes an der Niendorfer Straße. Schweres Gerät kommt zum Einsatz.

Ab Sommer soll an gleicher Stelle ein neues Seniorenheim entstehen. „Wir wollen im Juli mit den Gründungsarbeiten starten“, sagt Thomas Bader, Geschäftsführer der Heiligen-Geist-Stiftung, die das Projekt realisiert.

Wie berichtet, war ursprünglich geplant, dass das zur Niendorfer Straße gelegene Hauptgebäude des Wichern-Hauses stehen bleibt, saniert wird und sich ein Neubau zur Hambrocker Straße anschließt. Vor Ort erläutert nun Thomas Bader noch einmal, dass sich dieses Konzept nach Untersuchungen zu Schadstoffen im Trakt nicht mehr gerechnet habe. Der Geschäftsführer berichtet von mehr als 1000 Bohrungen im Gebäude und Aktenordnern voller Ergebnisse. „Wir haben gerechnet und gerechnet.“ Letztlich habe sich ein kompletter Neubau als die bessere Variante dargestellt.

Die Abriss-Stelle wird gewässert, damit nicht zuviel Baustaub aufsteigt.

Nach neuen Plänen soll das Haus, das im Frühjahr 2022 bezugsfertig sein soll, insgesamt nun 144 Pflegeplätze besitzen – darunter Plätze für Schwerstpflegebedürftige und zur Paliativversorgung, erklärt Claudia Bergmann, die das Projekt für die Heiligen-Geist-Stiftung betreut.

Die Kosten für den Abbruch, gestartet mit Gebäudeteilen an der Hambrocker Straße, liegen nach Angaben von Thomas Bader bei gut einer halben Million Euro. Das Gesamtprojekt mit Neubau werde, so der aktuelle Stand, bei knapp 14 Millionen Euro liegen. Zwischen 80 und 100 Kräfte sollen in dem neuen Seniorenheim arbeiten, schildert der Geschäftsführer.

Abriss und Neubau des Wichern-Hauses ist nur ein Baustein in einem weit größeren Konzept zur Pflege in Uelzen, an dem die Heiligen-Geist-Stiftung seit Jahren arbeitet. Entstanden ist bereits ein neues Seniorenheim „Am Hülsen“ mit 100 Pflegeplätzen. Dorthin waren auch zu Beginn des Jahres 2019 die Bewohner des „Wichern-Hauses“ gezogen, womit der Komplex an der Niendorfer Straße leerfiel. Ist der Neubau dort fertig, werden in diesen die Bewohner des Heiligen-Geist-Stiftes aus der Waldstraße ziehen. An den Plänen für die Waldstraße wird aktuell gearbeitet – entstehen soll dort in Kooperation mit der Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises (gwk) ein Wohn- und Pflegequartier. Anwohner hatten erste Entwürfe wegen der Gebäudehöhen kritisiert. Auch günstige Bungalows sollen weichen. Ziel sei, dort wieder günstigen Wohnraum zu schaffen, so Bader. Es werde aber auch einen Nachbarschaftstreff wie am Königsberg geben, und auch betreute Wohngemeinschaften seien vorgesehen. „Wir arbeiten mit der Stadt an den Plänen“, so Bader. Den Baustart an der Waldstraße kündigt Thomas Bader nach dem Abriss des Stiftes im Jahr 2023 an.

VON NORMAN REUTER

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