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Uelzener bringen sich noch mal ein: Sorge vor wegfallenden Stellplätzen

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Bürgerbeteiligung im Ratssaal zum Mobilitätskonzept
Bürgerbeteiligung im Ratssaal: Halbstündige Diskussionsforen bündelten die Anmerkungen.  © Christian Holzgreve

Zum dritten und letzten Mal konnten sich die Bürger nun am Mobilitätskonzept für die Hansestadt beteiligen. Im Ratssaal gaben Kommunalpolitiker und Bürger ihre Anmerkungen ab und diskutierten über die Zukunftspläne.

Uelzen – Uelzen bekommt ein nachhaltiges Mobilitätskonzept. Die dritte und letzte Bürgerbeteiligung ist abgeschlossen. Ende des Jahres soll das Konzept stehen und in die kommenden Jahrzehnte weisen. Im Ratssaal der Hansestadt gaben jetzt rund 50 Bürger, aber auch Kommunalpolitiker, ihre Anmerkungen ab.

„Das ist nichts grün Angehauchtes, was schnell wieder in der Schublade verschwindet“, betonte Bürgermeister Jürgen Markwardt und würdigte die dritte Bürgerbeteiligungsrunde: „Sie haben Einfluss genommen.“

Bereits bei zwei Runden, die 2021 wegen der Corona-Pandemie online stattfanden, hatten sich rund 190 und 220 Bürger in die Arbeit der Kasseler Planungsbüros Planmobil und LK Argus eingebracht. Mit Blick auf die von der Politik in Bund, Ländern und Kommunen angestrebte Klima-Neutralität bis spätestens 2045 sagte Markwardt: „Wir müssen in die Strümpfe kommen.“

Der Handlungsbevollmächtigte des Büros Planmobil, Felix Kühnel, sagte der AZ: „Uelzen hat eine gute Situation und gute Voraussetzungen.“ Kühnel unterstrich vor den Bürgern, dass man in dem Planungsprozess viele Gespräche geführt habe. Er wies darauf hin, dass die Leitlinien, die nun entwickelt seien, „mit Leben gefüllt werden müssen, sonst sind sie nicht tragfähig“. Man habe dabei darauf geachtet, dass die „Verkehrsmittel nicht gegeneinander ausgespielt“ werden.

Und so reichen die konzeptionellen Vorgaben vom Fußgängerverkehr über das Rad- und Autofahren sowie dem Wirtschaftsverkehr bis hin zum öffentlichen Nahverkehr oder der Nutzung der Binnenschifffahrt mit dem Hafen Uelzen. Hier ist zum Beispiel die Nutzung von Wasserstoff für die Schifffahrt und eine Wasserstofftankstelle angedacht.

Karina Timmann, Projektverantwortliche der Hansestadt, betonte, dass der Verkehrssektor nach wie vor einen großen Teil der klimaschädlichen Treibhausgase verursache. So sei man daran interessiert, ein dichtes Netz von Ladesäulen für Elektroautos zu schaffen. Auch die Veränderung der Stadtbusflotte auf Elektroantrieb werde einen Beitrag leisten. Ausführlich beleuchtete Timmann die Maßnahmen für einen verbesserten Radverkehr in Uelzen.

Und so gab es im Ratssaal lebendige Diskussionen in vier Gruppen, die von den Planern moderiert wurden – etwa zum Thema Autoverkehr in Uelzen. Da schenkte zum Beispiel LK-Argus-Planer Moritz Gottschling den Uelzenern reinen Wein ein: „Wenn Radwege ausgebaut werden, entfallen viele Parkstreifen an den Hauptverkehrsstraßen.“ Notwendig seien Park- und Ride-Alternativen, etwa vom neu entstehenden Campus der BBS I aus. Sorgen bereitet die Botschaft vom schwindenden Parkraum in der Innenstadt, gerade auch durch geplante Überbauung, den Geschäftsinhabern. Silja Eichmann-Bartels vom gleichnamigen Reisebüro in der Bahnhofstraße wies darauf hin. Sie befürchtet eine Verringerung des Parkraums um 20 Prozent. Das mache es im Ergebnis vor allem älteren Mitbürgern schwer, in der Stadt ihre Ziele zu erreichen.

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