Westerweyhe: Geplantes islamisches Begräbnisfeld ist im Dorf umstritten

Letzte Ruhestätte für Muslime

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So stellt sich die Planung der Stadt Uelzen für den Westerweyher Friedhof dar. Das gelb unterlegte Feld oben soll für Begräbnisse von Muslimen vorbehalten sein.

Uelzen-Westerweyhe. Karl-Heinz Günther nennt es zukunftsweisend für Westerweyhe. Was der Ortsbürgermeister meint, ist das neue Entwicklungskonzept für den kommunalen Friedhof im Ort.

Dort soll nach dem Willen der Stadt auch ein Gräberfeld für Menschen muslimischen Glaubens angelegt werden. Das stößt im Dorf nicht unbedingt auf ungeteilte Zustimmung, wie Günther zu berichten weiß.

Jetzt wollen Politik und Uelzener Stadtverwaltung mit einer Infoveranstaltung (Donnerstag, 16. November, 19 Uhr, Zum Dorfkrug) detailliert das Vorhaben erklären und für das Projekt werben. „Es gibt in Westerweyhe noch ganz viel Gesprächsbedarf. Wir wollen versuchen, alle mitzunehmen“, sagt Günther. Der CDU-Kommunalpolitiker hofft, dass auch Vertreter der muslimischen Gemeinde in Uelzen an der Versammlung teilnehmen und die Begräbnisriten der Muslime erklärten. Anneke Ihlenfeldt, Pastorin der Kirch- und Westerweyher St.-Georgs-Gemeinde, und die Stadtverwaltung seien in Gesprächen, berichtet Günther.

Dass Westerweyhe für eine Begräbnisstätte für Muslime ausgesucht worden sei, liege auch daran, dass der Friedhof ausreichend Platz habe. Und der muss speziell sein. Es müsse ein christlich ungeweihter Boden sein, so Günther. Den könne man in Westerweyhe anbieten.

Die Frage sei auch, ob es für die muslimischen Trauergemeinden einen separaten Eingang geben solle. „Viele im Ort verstehen nicht, dass die Muslime bei der Beerdigung kein christliches Kreuz sehen dürfen“, sagt der Ortsbürgermeister. Es seien viele Fragen, die noch zu klären und zu besprechen seien.

Eigentlich sollte das Thema in der Ortsratssitzung am vergangenen Donnerstag behandelt werden. Weil aber der Informationsbedarf im Ort noch so groß sei, habe man auf eine Diskussion über das Friedhofskonzept verzichtet so Günther. „Wir wollen im Ortsrat nichts über die Köpfe der Westerweyher hinweg entscheiden“, betont Karl-Heinz Günther. Bei der nächsten Ortsratssitzung am Donnerstag, 7. Dezember, soll das Friedhofskonzept beraten und ein Beschluss gefasst werden.

Von Jens Schopp

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