Zwei Flächen im Uelzener Forst sind für Urnenbestattungen im Gespräch

Letzte Ruhe im Stadtwald

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Am Fuße eines Baumes, am Rande eines Gehölzes oder neben einem Findling – im Uelzener Stadtforst könnten demnächst Flächen für Waldbeisetzungen ausgewiesen werden.

Uelzen. Für viele Menschen ist die klassische Erdbestattung im Sarg längst nicht mehr das Nonplusultra. Urnenbeisetzungen wurden in den vergangenen Jahren immer beliebter.

Und seit einiger Zeit nimmt ein weiterer Trend bei den Bestattungswünschen immer mehr zu: die Beerdigung in einem Wald. Eine Reihe von Kommunen und Kirchengemeinden hat sich bereits dieses Wunsches angenommen. Und auch in Uelzen gibt es derzeit Bestrebungen, einen Ruheforst einzurichten – in einem Teil des Stadtwaldes.

„Schon vor etwa fünf Jahren haben wir der Organisation ‘FriedWald’ auf eigene Initiative ein Angebot für Uelzen gemacht“, erklärt Baudezernent Karsten Scheele-Krogull. Damals aber habe die Organisation, die neben „RuheForst“ Marktführer im Bereich der Naturbestattungen in Deutschland ist, abgelehnt.

„Inzwischen“, so Scheele-Krogull, „hat sich die Bestattungskultur aber so verändert, dass man derzeit wieder im Gespräch miteinander ist.“ Wobei die „FriedWald GmbH“ diesbezüglich Kontakt mit der Kirchengemeinde Kirch-/Westerweyhe habe, während die Uelzener mit der „RuheForst GmbH“ in konkretere Verhandlungen eingetreten sei. Die letzte Ruhestätte hieße Im RuheForst nicht Grab, sondern „RuheBiotop“.

Beide Gesellschaften haben sich dem Prinzip der Urnenbeisetzung am Fuße eines Baumes, am Rande eines Gehölzes oder Steines verschrieben. „Uelzen ist in dieser Hinsicht noch ein weißer Fleck“, weiß Karsten Scheele-Krogull, denn um die Uhlenköperstadt herum gebe es bereits einige Wälder, in denen Bereiche für Beisetzungen ausgewiesen seien – in der Lüneburger Heide bei Behringen und Barendorf zum Beispiel, bei Königslutter, in der Elbtalaue bei Gartow oder bei Fredeburg im Herzogtum Lauenburg.

Die „RuheForst GmbH“ habe nunmehr zwei mögliche Flächen im Uelzener Stadtforst, die die Stadt vorgeschlagen hatte, unter die Lupe genommen und will nun darüber beraten, ob und wie dort Waldbestattungen angeboten werden könnten. Die Politik, sagt Karsten Scheele-Krogull, sei ebenfalls schon über das Vorhaben informiert worden und habe Zustimmung signalisiert. „Die Stadt“, betont der Baudezernent, „steht dieser Idee absolut offen gegenüber und wird das konstruktiv begleiten.“ Die Stadt wäre im Falle einer vertraglichen Einigung Träger des RuheForstes, die GmbH dessen Betreiber.

„Natürlich handelt es sich um eine Konkurrenz zu den bestehenden Friedhöfen“, räumt Karsten Scheele-Krogull ein, „aber wenn der Wunsch besteht, darf man sich dem nicht verwehren.“ Indes müssen für einen Ruheforst bestimmte Kriterien erfüllt sein. [...]

Von Ines Bräutigam

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