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Letzte Arbeiten am Uelzener Glasfasernetz

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Von: Norman Reuter

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Mehr als 1300 Kilometer an Rohren wurden für das Glasfasernetz im gesamten Kreisgebiet verlegt. Jetzt laufen die letzten Tiefbauarbeiten.
Mehr als 1300 Kilometer an Rohren wurden für das Glasfasernetz im gesamten Kreisgebiet verlegt. Jetzt laufen die letzten Tiefbauarbeiten. © Schopp, Jens

Das Glasfasernetz des Landkreises für unterversorgte Gebiete ist nahezu fertig. Der Kreis will in Sachen Internet und Digitalisierung die Hände aber nicht in den Schoß legen. Weitere Gebiete sollen mit Glasfaser ausgestattet werden.

Uelzen/Landkreis – Die Tiefbauarbeiten am Glasfasernetz für unterversorgte Gebiete im Landkreis Uelzen sind nahezu abgeschlossen. Lediglich am westlichen Ortsrand von Bad Bodenteich, im Gebiet, in dem sich einst eine Munitionsanstalt befand, seien noch Rohre und Leitungen zu verlegen, erklärt Jens Geißmann-Fuchs, Leiter der Wirtschaftsförderung Uelzen, im Gespräch mit der AZ. In diesem Bereich müsse aufgrund der früheren Nutzung mit Bedacht vorgegangen werden, um Risiken bei den Arbeiten auszuschließen.

Bis Ende des Jahres könne der rein technische Part für das Glasfasernetz abgeschlossen sein, meint Geißmann-Fuchs. Im Herbst 2017 war der erste Spatenstich gesetzt worden. In den zurückliegenden gut fünf Jahren sind mehr als 1300 Kilometer an Rohren und Glasfaser-Leitungen verlegt worden, um besonders unterversorgte Gebiete im Landkreis – die sogenannten weißen Flecken – mit schnellem Internet auszustatten. Dabei lag die Grenze bei 30 Mbit pro Sekunde.

Das Mammutprojekt findet nach den letzten Tiefbauarbeiten kein Ende. Zum einen nutzen noch nicht alle Haushalte, die sich für einen Anschluss an das Netz entschieden haben, die Glasfasertechnologie. Das liegt auch daran, dass Altverträge mit anderen Anbietern noch bestehen, bevor die Lünecom, die das Glasfasernetz des Landkreises gepachtet hat, übernimmt. Das Unternehmen teilt mit, dass der Anschlussgrad je nach Ausbaugebiet – der Kreis wurde in sogenannte Cluster unterteilt – unterschiedlich sei. Er bewege sich zwischen 55 und 78 Prozent.

Zum anderen beabsichtigt der Landkreis im nächsten Schritt, das Netz weiter auszubauen und damit auch Gebiete mit Glasfaser auszustatten, die zwar besser mit Internet versorgt sind, aber noch gestärkt werden können. 1900 Adressen wurden ermittelt. Die Rede ist hier von den grauen Flecken. Der Bund hat die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen und auch Fördermittel in Aussicht gestellt. Wie Jens Geißmann-Fuchs im Ausschuss des Landkreises für Digitalisierung erklärt, könnten zu erwartbaren Fördermitteln bisher noch keine belastbaren Aussagen getroffen werden.

Parallel will der Kreis auch Lücken im Mobilfunk-Netz schließen, die 5G-Technologie in der Region vorantreiben. „Wir sind dazu unterwegs“, sagt Geißmann-Fuchs. 72 Mobilfunkmasten stehen derzeit im Kreisgebiet. Und doch gebe es noch unterversorgte Gebiete. 19 hat der Landkreis identifiziert. Wobei, wie Geißmann-Fuchs im Ausschuss ausführt, nach gesetzlichen Vorgaben Gebiete, weil beispielsweise Bundesstraßen hindurchführen, privatwirtschaftlich erschlossen werden müssten. Fünf bis zehn Gebiete blieben übrig, für die es keine Pflichten gebe und die damit voraussichtlich auch nicht durch private Anbieter versorgt würden. Hier wolle der Kreis tätig werden.

Die Lünecom will ihrerseits in Sachen schnelles Internet im Gebiet der Städte Uelzen und Bad Bevensen sowie in Ebstorf als zusätzlicher Anbieter in gut versorgten Gebieten – schwarze Flecken – Glasfaser-Kabel verlegen und Häuser anschließen. 250 bis 10 000 Mbit in der Sekunde sollen möglich sein. Dazu hat es bereits Informationsveranstaltungen gegeben, Briefe wurden ebenfalls an Haushalte verschickt.

Lünecom-Sprecherin Theresa Gessert sagt: „Bei den Informationsveranstaltungen haben wir einen sehr hohen Zulauf erlebt – volles Haus und sehr viele gute Gespräche mit den Anwohnerinnen und Anwohnern. Das Interesse an unserem Glasfaser-Angebot in Uelzen, Bad Bevensen und Ebstorf ist groß.“ Das Unternehmen geht wie der Landkreis beim Glasfasernetz-Projekt vor: Gebaut wird, wenn genug Interesse besteht. Theresa Gessert: „Aufgrund der sehr guten Entwicklungen sind wir zuversichtlich, die Quote bis Ablauf der Vorvermarktung Ende Februar 2023 erfolgreich zu erreichen.“

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