Moderator Hubertus Meyer-Burckhardt erzählt Anekdoten

Lesung im Uelzener Hospiz: Von der trinkfesten Oma und Taxifahrer Kurt

Hubertus Meyer-Burckhardt sorgte beim Hospiz am Stadtwald für kurzweilige 80 Minuten. Die meisten Lacher brachten seine jüdischen Witze.
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Hubertus Meyer-Burckhardt sorgte beim Hospiz am Stadtwald für kurzweilige 80 Minuten. Die meisten Lacher brachten seine jüdischen Witze.

Uelzen – Hubertus Meyer-Burckhardt schlüpfte in die Rollen von Frauen, die er für sein Buch „Frauengeschichten“ interviewt hatte. So berichtete er als Fernsehmoderatorin Ina Müller, dass sie nicht teilen könne und im Restaurant immer ihre eigene Portion benötige.

„Ich lasse nie etwas übrig“, so Meyer-Burckhardt in der Rolle Müllers, die sich als Kind neben vier Schwestern immer um Essen und Süßigkeiten gestritten habe.

Geschichten wir diese ließen Meyer-Burckhardts Auftritt in den Räumen der Adventsgemeinde des Uelzener Hospiz am Stadtwald sehr kurzweilig wirken. Der Journalist, Schriftsteller, Film- und TV-Produzent berichtete auch von Anekdoten seiner Buch-Gesprächspartnerinnen. So schicken Schriftstellerin Elke Heidenreich und er sich regelmäßig Buchstaben in allen möglichen Variationen wie Weingummis, Keksen und Hundehalsbändern zu. Jeder versuche dabei, den anderen in Sachen Kreativität zu übertrumpfen.

„Mich interessieren Frauen einfach mehr als Männer. Männer reden immer viel über ihren Job, sie definieren sich über diese Funktion, während Frauen die interessanteren Geschichten erzählen“, sagt Meyer-Burckhardt und erklärte somit den Titel seines Buches. Seit 15 Jahren arbeitet der 63-Jährige als Moderator der „NDR Talk Show“ und erzählte in Uelzen den einen oder anderen jüdischen Witz, die für mehrere Lacher im Publikum sorgten. Meyer-Burckhardts „persönlicher“ Taxifahrer in Berlin, Kurt, wurde auch mehrmals erwähnt. Einige seiner Sprüche sind bei Meyer-Burckhardt hängen geblieben, so wie dieser: „Neulich sah ich eine Frau, die so dünn war, dass die Enten im Park Brot nach ihr werfen könnten.“

Der Moderator berichtete auch von seiner trinkfesten Großmutter, die seine Freundinnen zu seiner Jugendzeit in einer Art Weinstube erst einmal selbst „getestet“ habe. „Oft sagte sie zu mir: Die kennst Du vergessen, die verträgt nichts“, sagte der Moderator und hatte damit den nächsten Lacher auf seiner Seite.

Meyer-Burckhardt sprach über seine Lieblingsthemen Zeit, Heimat, Planung des Lebens und eben über jüdische Witze. Der Moderator las Gedichte vor, wie zum Beispiel eines des Schriftstellers Bertolt Brecht über einen One-Night-Stand. Meyer-Burckhardt stellte auch klar, dass das Thema Abschied für ihn wichtig sei und er daher sehr gerne an jenem Abend nach Uelzen gekommen sei. Abschied müsse auch nicht immer etwas Negatives bedeuten. Er zitierte Regisseur Woody Allen: „Ich habe keine Angst vorm Tod. Nur möchte ich nicht dabei sein, wenns passiert.“

Unter den Zuhören war auch Uelzens stellvertretende Bürgermeisterin Brigitte Kötke, die sich bestens unterhalten fühlte. „Es war einfach toll und so geistreich“, sagte Kötke. Rund 100 Zuhörer verfolgten Meyer-Burckhardts Ausführungen und ließen sich die Unterhaltung jeweils 30 Euro kosten. Von den Einnahmen soll im Herbst ein Hospizgarten am Stadtwald gebaut werden. „Es soll ein Garten der Stille und Begegnung werden“, sagte Manuela Remmert, Geschäftsführerin des Uelzener Hospiz am Stadtwald.

Remmert sagte, dass zuletzt 15 ehrenamtliche Kräfte für die Arbeit im Hospiz ausgebildet worden sind. Da die Nachfrage danach sehr groß sei, werde das Hospiz im Herbst einen weiteren Kurs anbieten. Hubertus Meyer-Burckhardt verzichtete übrigens für seine Lesung auf ein Honorar.

VON TIMO HÖLSCHER

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