Computer-Kompetenzen in der Unterstufe

Lessing-Gymnasium in Uelzen will Informatik-Unterricht ab Klasse 5

Mirek Hancl ist Informatik-Lehrer am Lessing-Gymnasium. An der Schule gibt es bereits eine sogenannte Digitalwerkstatt, in der Informatik-Unterricht an Rechnern stattfinden, aber auch getüftelt werden kann.
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Mirek Hancl ist Informatik-Lehrer am Lessing-Gymnasium. An der Schule gibt es bereits eine sogenannte Digitalwerkstatt, in der Informatik-Unterricht an Rechnern stattfinden, aber auch getüftelt werden kann.

Uelzen – Das Lessing-Gymnasium in Uelzen will das Fach „Informatik“ in den Lehrplan der fünften und sechsten Klassen aufnehmen. Jungen und Mädchen sollen in dem Fach jeweils eine Schulstunde in der Woche unterrichtet werden.

Wie Gymnasiumsleiter Sven Kablau im jüngsten Schulausschuss berichtet, würden aktuell digitale Kompetenzen en passant im Unterricht vermittelt. „Mit einem Fach Informatik hätten wir einen solchen Unterricht konzentriert“, erklärt er.

Der Umgang mit Computern und digitale Kompetenzen haben in der Corona-Pandemie für die Schulen an Bedeutung gewonnen – zeitweise war wegen der Zwangspause kein direkter Unterricht möglich. Für Schüler und Lehrer, die durch Vorerkrankungen zu Risikogruppen gehören, ist auch jetzt noch das sogenannte Home-Schooling angesagt. Kablau berichtet aber, dass die Idee für einen Informatik-Unterricht für die Klassen fünf und sechs bereits vor der Corona-Krise entstanden ist. Die Schule hat ein Medienkonzept erarbeitet, wonach ab Klasse 7 Tablets im Unterricht zum Einsatz kommen sollen. Der Informatik-Unterricht vorab passe genau in dieses Konzept.

Zurzeit ist in Niedersachsen Informatik ab Klasse 11 als Wahlpflichtfach vorgesehen – ab 2023 sollen auch die Jahrgangsstufen 10 und 9 eingebunden werden. „Unsere Idee ist, das von unten nach oben wachsen zu lassen“, so Kablau.

Das Kultusministerium in Hannover hat zunächst den Antrag der Schule abgelehnt, aber die Idee wertgeschätzt. Aus Hannover kam der Vorschlag, mit einem sogenannten Schulversuch zu startet. Das heißt, eine Genehmigung erfolgt zunächst für eine begrenzte Zeit. Der Unterricht wird von Wissenschaftlern begleitet. Wie Kablau sagt, sei man bereits dazu mit Professoren im Gespräch.

Vor dem Antrag für einen Schulversuch ist der Landkreis als Träger der Bildungseinrichtung anzuhören. Der Schulausschuss stimmte mehrheitlich für die Idee. Maik Hieke (AfD) votierte dagegen. Er stellte die Frage in den Raum, welche psychologischen Folgen es habe, wenn Schüler frühzeitig mit digitalen Medien überschüttet würden?

Sven Kablau hielt dem entgegen, dass ein verlässlicher Informatik-Unterricht in der Schule hilfreich sein, damit es keine Folgen gebe. „Wir können auf die Gefahren der digitalen Welt hinweisen. Wir können die Kinder fit machen, damit sie wissen, was sie tun.“ Der Schulleiter: Alle Schulgremien, Eltern und Schüler haben der Idee eines Informatik-Unterrichts in Klasse fünf und sechs zugestimmt. Ausreichend Lehrer für den Informatik-Unterricht stünden zur Verfügung.

VON NORMAN REUTER

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