Stromausfall: In Westerweyhe, Ebstorf und Melzingen ist es duster

Lernen bei Kerzenschein

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Auf Kerzen mussten die Bewohner mehrerer Orte nördlich von Uelzen am Abend des vergangenen Montags zurückgreifen. Ein Baum legte eine Stromleitung lahm.

Uelzen/Ebstorf. Vermutlich war der Wind schuld. Andreas Gerow, Pressesprecher der SVO, hat die Info von den Außenteams des Stromversorgers, die am Abend des vergangenen Montag zwischen 19 und 20 Uhr im Einsatz waren.

Ein Baum sei von dem starken Wind umgepustet worden, er landete in einer 20 KV-Überland-Leitung der Celle Uelzen Netz GmbH, einer Tochter des Unternehmens Stromversorgung Osthannover (SVO).

Bei Melzingen war der Schaden, berichtet Gerow, und der führte zu einem Stromausfall in Melzingen selbst und in Stadorf sowie zu Teilen in den Orten Westerweyhe, Barnsen, Groß Süstedt und Ebstorf. Der Strom stockte um 18.53 Uhr: Die Straßen wurden dunkel, Fernseher und Computer gaben ihren Geist auf.

Die Heidekönigin Miriam Hospowsky aus Westerweyhe war gerade dabei, für ihr Vorabi zu lernen. Sie will eine gute Note im Fach Geschichte, wühlte sich in den Unterrichtsstoff, und das Licht ging aus. Sie musste sich Kerzen anzünden.

Im Uhlenköpercamp, mehrere Straßenzüge weiter, war zum Glück nicht viel Betrieb: Zwei Ferienwohnungen sind derzeit belegt, außerdem stehen drei Wohnmobile auf dem Platz, das Restaurant hatte geschlossen. „Unser Gäste haben das ganz locker gesehen“, berichtet Michaela Paul, Mitbetreiberin des Campingplatzes. Schließlich machen die ja auch Urlaub, also gingen auch hier die Kerzen an. Man habe schon Schlimmeres gehabt, erklärt Paul, etwa zu Zeiten, in denen das Restaurant geöffnet hatte. „Aber wir haben einen Gasherd, etwas zu Essen gab es also trotzdem. Die Gäste haben dann Bratkartoffeln oder Schnitzel bekommen“, erklärt sie.

Bei Facebook war der Stromausfall nach einer aktuellen Meldung der AZ in dem sozialen Netzwerk sofort Thema. 31 „Likes“ gab es gestern zu dem Thema. „Warum immer Westerweyhe?“, fragt da ein Nutzer, es sei jetzt schon das zweite Mal im vergangenen halben Jahr, dass der Uelzener Vorort betroffen sei. Eine Nutzerin ergänzt, dass auch Allenbostel und Wessenstedt „tot“ gewesen seien. „Kerzen stehen immer griffbereit“, schreibt eine weitere „facebook“-Besucherin. Schließlich passiere ein Stromausfall schonmal öfter.

Unterdessen rückte in Melzingen ein Außenteam des SVO-Störungsnotdienstes an. Ähnlich wie Feuerwehren oder THW mit technischem Gerät ausgerüstet, befreiten sie die Stromleitung von dem umgekippten Baum. Um 19.52, also 59 Minuten nach Beginn der Düsternis, soll die Leitung laut Andreas Gerow wieder geflossen sein.

Glimpflich abgelaufen, so Gerow, sei der Zwischenfall am Stromleitungsmast. Keine Bestandteile hätten ausgetauscht werden müssen, nach Beseitigung des Baums hätte der Strom wieder eingeschaltet werden können. Dass ein Baum in einer Stromleitung falle, komme öfter vor. Je nach Stromleitungsstärke gebe es unterschiedliche Normen darüber, in welchem Abstand von Bäumen oder Waldgebieten die Stromleitungen stehen müssen.

Von Kai Hasse

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