„Leichte Risiken“ für den Landkreis

Uelzen rutscht im Ranking des „Zukunftsatlas 2019“ 49 Plätze ab

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Die fehlende Autobahnanbindung führt unter anderem zur schlechten Bewertung des Landkreises Uelzen. 

Uelzen/Landkreis Uelzen – Alle drei Jahre vergleicht das Wirtschaftsforschungsunternehmen „Prognos“ in Kooperation mit dem Handelsblatt die deutschen Landkreise und kreisfreien Städte in den Bereichen Demografie, Arbeitsmarkt, Wettbewerb/Innovation und Wohlstand/soziale Lage.

Im aktuellen „Zukunftsatlas 2019“ landet der Landkreis Uelzen von den 401 Regionen auf Platz 350. Dies sind 49 Plätze schlechter als beim vorherigen Vergleich aus dem Jahr 2016.

Rot steht für „beste Chancen“, hellblau für „leichte Risiken“, wozu Prognos auch den Landkreis Uelzen zählt. 

Einzig im Bereich Wettbewerb/Innovation verbesserte sich der Landkreis um 15 Plätze auf Rang 356. Den größten Absturz gab es beim „Dynamikrang“ von Platz 236 auf Rang 340. Prognos teilt die acht Regionen von „beste Chancen“ bis „sehr hohe Risiken“ ein. Der Landkreis Uelzen landete in Kategorie sechs, der „leichte Risiken“ unterstellt werden. Der Landkreis Harburg liegt auf Rang 86, der Landkreis Lüneburg nimmt den 227. Platz ein und der Landkreis Lüchow-Dannenberg muss sich mit Rang 396 begnügen.

Michael Zeinert, Geschäftsführer der IHK

Michael Zeinert, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg, verweist auf eine IHK-Standortumfrage aus dem Jahr 2018, an der sich 129 Unternehmen aus dem Landkreis Uelzen beteiligten. „Die Ergebnisse des Zukunftsatlas decken sich zum großen Teil mit denen unserer Standortumfrage aus dem vergangenen Jahr“, so Zeinert. „Um die Region Uelzen wirtschaftlich zu stärken, brauchen wir dringend und schnellstmöglich den Lückenschluss der A 39. Sie gilt zu Recht als Zukunftsachse unserer Region. Auch der Breitbandausbau muss weiterhin mit Nachdruck vorangetrieben werden. Hier hat sich der Landkreis eine gute Startposition erarbeitet.“

Marlis Kämpfer, Leiterin von „Uelzen aktiv“

Marlis Kämpfer, Leiterin der Wirtschaftsförderung „Uelzen aktiv“, sagt zu den Ergebnissen: „Erfreulich ist die gute Platzierung im nationalen Vergleich, was den Arbeitsmarkt angeht. Hier steht der Landkreis Uelzen auf Rang 121.“ Zum Abschneiden ergänzt die Wirtschaftsexpertin: „Die Zahl der Unternehmen, die zu den 500 größten in Deutschland gehören, ist im Landkreis Uelzen gleich Null.“ Was einzelne Bewertungskriterien angeht, hätte sich Kämpfer andere Details gewünscht: „Der Landkreis bedauert natürlich, dass das Thema Autobahn als einziges infrastrukturelles Kriterium auftaucht, die Breitbandversorgung, die Versorgung mit Krankenhäusern und Kliniken, die touristische Attraktivität, der Zugang zum Schienennetz jedoch gar nicht.“ Kämpfer erhofft sich einen Aufschwung für die Region aufgrund des neuen Projekts „Fachkräftemarketing“, sodass mehr junge Menschen in den Landkreis Uelzen zögen, von denen es laut Prognos aktuell zu wenige gebe. Beim Fachkräftemarketing werde in den nächsten Monaten analysiert, was Fachkräfte dazu bewege, in den Landkreis Uelzen zu ziehen.

Einzig die Stadt Wolfsburg schaffte es aus Norddeutschland unter die zehn Regionen mit den besten Zukunftschancen auf Rang neun. Prognos fasst zusammen: „Erstmals seit Jahren rückt das Feld der 401 Kreise und kreisfreien Städte wieder etwas näher zusammen. Der Abstand beim Zukunftsindex hat sich zwischen den Top-Standorten und den Schlusslichtern gegenüber dem Zukunftsatlas 2016 verringert.“

Spitzenreiter des Rankings ist wieder die Stadt München vor dem Landkreis München. Der Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt bildet das Schlusslicht.

VON TIMO HÖLSCHER

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