Bernhard Koppius (HEG) kritisiert Kabinettsentwurf zur Erhöhung der Unterrichtsstunden

Lehrer befürchten starke Belastung

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Rund 10 000 Demonstranten gegen eine Erhöhung von Unterrichtsstunden: Von den Uelzener Gymnasien waren ebenfalls zahlreiche Lehrer in Hannover dabei, weiß Bernhard Koppius, Studiendirektor am HEG.

Uelzen. Uelzener Gymnasiallehrer kritisieren die jüngsten Beschlüsse des Landeskabinetts: Studiendirektor Bernhard Koppius hatte mit mehr als 40 Kollegen vom Herzog-Ernst-Gymnasium an der Demonstration in Hannover teilgenommen, vom Lessing-Gymnasium sollen beinahe ebenso viele Lehrer dabei gewesen sein.

Koppius aus dem Vorstand des Philologenverbandes Niedersachsen zeigt sich empört darüber, dass die Einkommenanpassung für Beamte im nächsten Jahr um fünf Monate verschoben, eine Altersermäßigung für Lehrer ab 55 Jahren rückgängig gemacht und die wöchentliche Pflichtstundenzahl der Gymnasiallehrer erhöht werden soll. Schon jetzt liege die Arbeitszeit bei über 50 Stunden pro Woche.

„Die Wut ist groß“, weiß Koppius, „wir vermissen ein wenig die Wertschätzung.“ Durch die geplante Erhöhung der Unterrichtszeit von 23,5 auf 24,5 Stunden pro Woche befürchtet er eine stärkere Belastung der Lehrer. Zu jeder Unterrichtsstunde müsse auch die Vor- und Nachbereitung gerechnet werden. Einer sächsischen Studie von 2005/2006 zufolge nähmen etwa fünf Prozent der Lehrkräfte von sich aus psychotherapeutische Beratung in Anspruch, erklärt er. Darunter sei der Anteil der Gymnasiallehrer am höchsten. Auch der stetige Anstieg der dauererkrankten Lehrkräfte spreche eine eindeutige Sprache.

Von Diane Baatani

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