Politik reagiert auf Unterrichtsausfall an Berufsschulen / Fragen und Info-Abend

Lehrermangel im Fokus

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Ende Januar streikten Schüler des Fachbereiches Sozialpädagogik der Berufsbildenden Schulen II in Uelzen, weil sie wegen Unterrichtsausfällen ihre Prüfungen in Gefahr sahen.

nre Uelzen/Landkreis. „Die Situation ist nicht zu glauben.“ Dirk Müller macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. Sein Sohn ist Schüler der Berufsbildenden Schulen II, Georgsanstalt, in Uelzen.

Ende Januar streikte er zusammen mit anderen Schülern aus dem Fachbereich Sozialpädagogik. Die angehenden Sozialassistenten und Erzieher fürchteten, Prüfungen nicht zu bestehen, weil an der Schule Lehrer fehlen und die Unterrichtsversorgung entsprechend schlecht ist. Zuletzt wurde Schulleiterin Annette Due versetzt (AZ berichtete). Dirk Müller weiß von seinem Sohn: „Es fallen ganze Tage Fachunterricht aus!“.

Aus dem niedersächsischen Bildungsministerium heißt es auf Anfrage zur derzeitigen Situation an den berufsbildenden Schulen in Uelzen: „Die Schulen sind angehalten, ein Vertretungskonzept zu erstellen und bei Ausfall von Unterricht entsprechend zu reagieren.“ Zudem gebe es für die BBS II zwölf sogenannte Einstellungsermächtigungen, die für die Besetzung von Theorie- und Fachpraxislehrstellen genutzt werden könnten, so Ministeriumssprecherin Susanne Schrammar.

Der Kreispolitik reichen solche Erklärungen nicht aus: Der zweite stellvertretende Landrat Jürgen-Peter Hallier (SPD) hat an den Landkreis Uelzen als Träger der Schule 20 Fragen zur Unterrichtssituation an den Berufsschulen gestellt. Antworten habe er bislang noch nicht erhalten, weil der Landkreis sie teilweise an die Landesschulbehörde weitergeben musste, sagt Hallier. Und Antworten aus Hannover würden wohl nur direkt gegeben, weshalb der Erste Kreisrat Uwe Liestmann gestern nach Hannover gefahren sei. „Ich erhoffe mir Auskünfte im nächsten Kreisausschuss“, so Hallier. Das Gremium kommt am 6. März das nächste Mal zusammen.

Der CDU-Kreisverband lässt beim Thema Bildungssystem ebenfalls nicht locker – auch im Hinblick auf eine angekündigte Schulreform der niedersächsischen Bildungsministerin Frauke Heiligenstadt. Für den 3. März kündigt der Verband eine öffentliche Informationsveranstaltung mit Diskussion um 19 Uhr in der Berufsbildenden Schule I an der Scharnhorststraße an. Der schulpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Kai Seefried wird zum Thema „Gute Bildung schafft Chancen für alle“ sprechen.

Von Norman Reuter

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