Dritte Internationale Sommerakademie mit Konzert der Dozenten eröffnet

Das Lehrer-Vorspiel

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Drei Dozenten vor dem Langhaus: Einar Steen-Nøkleberg, Bernd Goetzke und Hinrich Alpers (von links).

Uelzen-Oldenstadt. Landräte i. R. halten nicht mehr so viele Reden. „Diese jedoch halte ich gerne“, sagte Dr.

Theodor Elster, um in der Eigenschaft als erster Vorsitzender des Vereins Internationale Sommerakademie der Lüneburger Heide das außerordentlich zahlreich erschienene Publikum im Langhaus zu begrüßen. Er sei „so begeistert“ von diesem Meisterkurs „und Sie sind es auch“, schloss Elster die Anwesenden in seine Freude ein, ehe er allen Unterstützern, Förderern und Helfern dankte. Weil der Abend aber der Musik gehörte, hielt man sich nicht lange bei Vorreden auf; der Programmzettel wies traditionell als Eröffnung das Konzert der Dozenten aus.

Einar Steen-Nøkleberg aus Oslo, Bernd Goetzke aus Hannover und Hinrich Alpers, der künstlerische Leiter der Sommerakademie, besitzen die Sympathien des Publikum von Beginn an. Wahrscheinlich verböte es sich sowieso, die international ausgewiesenen Künstler und erfolgreichen Pädagogen beckmesserisch zu kritisieren. Dafür gab es allerdings nicht den geringsten Anlass.

Steen-Nøklenberg interpretierte mit Edvard Grieg und dessen Ballade g-moll op.24 natürlich einen Landsmann. Der Kammerton schwermütig, düster. Romantisch eben. Die Partitur bietet überraschende Bilder: Zwischen perlend troll-kichernden Läufen spannungsvoll-vibrierende Passagen, ausbrechende Sprünge und am Ende, hohnlachend fast, eine triumphierende Summe – ehe die Reprise nach Moll zurücksinkt. Ein zauberhaftes Stück Musik, vom Solisten dargeboten mit erzählerischem Feuer und Innigkeit gleichermaßen.

Dann wurde es impressionistisch lichter, auch wenn Claude Debussys allerletztes Stück, das vor zwölf Jahren erst entdeckt wurde, eine bittere Geschichte hat, die Bernd Goetzke vorab erzählte. Die Baudelaire-Gedichtzeile „Abende, die erleuchtet sind von der Glut der Kohle“ hatte nämlich für den Komponisten – todkrank bereits und frierend – eine schmerzhafte Realität. Die Noten dazu, Bezahlung für Brennmaterial an seinen Verleger, tieftraurig, ja verzweifelt. Der Interpret gab ihnen die nötige Empathie, spielte erfrischend unprätentiös.

Hinrich Alpers blieb mit Maurice Ravels „Le Tombeau de Couperin“ französisch-impressionistisch und gab die Klaviersuite, eine Verbeugung vor dem „Grand Siècle“ der französischen Musik, mit Verve, erwartungsgemäß souverän ästhetisch, voller Eleganz und Stil. Vom fingerflinken Prélude bis zum Glanzstück der Toccata mit ihrem tosenden Schluss.

Es gab langen Beifall für einen Musikabend, der den Solitär Klaviermusik polierte und funkeln ließ. Die jungen Sommerakademieteilnehmer im Publikum mochten für sich die Aussichten abgewogen haben, es in der Zukunft selbst so weit zu bringen.

An den nächsten Tagen werden an verschiedenen Orten Vorspiele angeboten, auch der Kursunterricht ist öffentlich. Das nächste Konzert ist am Mittwoch, 15. August, um 20 Uhr. Bei dem Kammerkonzert spielen das Wratislavia String Quartet und Teilnehmer der Sommerakademie. Das Programm finden Sie online unter summeracademyofmusic.com.

Von Barbara Kaiser

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