Uelzener Gymnasien verzichten im nächsten Schuljahr auf Klassenfahrten

Lehrer rufen zum Boykott

+
Die Gymnasien wollen Solidarität zeigen, erklärt Klaus Gehrke (HEG).

Uelzen/Bad Bevensen. An zwei Uelzener Gymnasien werden voraussichtlich im nächsten Schuljahr keine Klassenfahrten organisiert.

Für diese Empfehlung haben sich das Herzog-Ernst-Gymnasium (HEG) und das Lessing-Gymnasium (LeG) auf ihren Personalversammlungen ausgesprochen, erklären die Lehrer Klaus Gehrke und Christof Kordes. Dabei sei ihnen wichtig, gemeinsam vorzugehen und sich somit hinter rund 180 Gymnasien in Niedersachsen zu stellen, die mit dem Verzicht auf die von der Landesregierung entschiedene Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung reagiert haben. Sie kritisieren die wachsende Arbeit durch 24 statt 23 vorgegebene Unterrichtsstunden.

„Die Tendenz geht dahin, dass wir uns der Solidarität nicht verweigern können“, sagt Klaus Gehrke, Personalratsvorsitzender am HEG. Im Unterschied zu anderen Schulen werden jedoch die Uelzener Gymnasien die bereits bezahlten Klassen- und Kursfahrten noch durchführen, betont er. Auch Tagesausflüge, Exkursionen und Austauschfahrten seien von der Regelung ausgenommen, erläutert Christof Kordes, Vorsitzender des LeG-Personalrats. „Es würde sonst den Tod eines Austauschs bedeuten.“

Noch im Dezember 2013 – bevor im Januar der Landtag abstimmte – hatten die Uelzener erklärt, sie würden Klassenfahrten nicht streichen. Nun hätten sie sich doch dafür ausgesprochen, da sich auch nach einem Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten der Grünen, Heiner Scholing, keine Änderungen ergeben hätten, so Kordes. Zudem sei auch durch eine Rückkehr zum Abitur nach neun Gymnasialjahren keine Verlagerung der finanziellen Mittel zugunsten von 23 Unterrichtsstunden für Lehrer zu erwarten.

An den Berufsbildenden Schulen (BBS) I wird dem Kollegium kein Verzicht auf Kursfahrten empfohlen, berichtet Stefanie Schaper-Wendeburg von der BBS I.

Die Lehrer der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Bad Bevensen setzen auf Öffentlichkeit statt Boykott: Am 20. März beteiligen sie sich gemeinsam mit Schülern und Elternvertretern an der bundesweiten Protestaktion „Fünf vor zwölf“. Das Streichen von Klassenfahrten ist an der KGS derzeit keine Option.

Von Diane Baatani

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare