Handwerkerschaft spricht 98 Gesellen frei: „Zukunftsträchtigste Branche unseres Landes“

„Legen Sie eine Schippe drauf“

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Mit Auszeichnung durch den Kreishandwerksmeister Horst Saevecke: Bei den Land- und Baumaschinenmechatronikern gab es gleich mehrfach sehr gute Abschlüsse.

Uelzen/Bad Bevensen. In einem feierlichen Akt sind am Freitag in Bad Bevensen 98 junge Gesellen des Uelzener und Lüchow-Dannenberger Handwerks in zwölf Gewerken freigesprochen worden.

Kreishandwerksmeister Horst Saevecke forderte dazu auf, die Entwicklungschancen im Beruf zu nutzen.

Immer wieder wurde bei der Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Lüneburger Heide von den Obermeistern in die Innungslade gegriffen, die im großen Saal des Bevenser Kurhauses stand, um die Gesellenbriefe für die Ehrungen auf der Bühne herauszunehmen. Die Camerata der Musikschule Uelzen musizierte, Grußworte wurden gesprochen und ausgezeichnete Prüfungsleistungen zusätzlich durch die Kreishandwerkerschaft gewürdigt. Aber es war auch ein Tag, an dem nicht nur gelobt, sondern auch gefordert wurde.

Kreishandwerksmeister Saevecke appellierte an die Junggesellen, Karrierechancen im Handwerk zu ergreifen. „Wenn Sie die Chancen auf Weiterbildung nutzen oder sogar die Meisterschule besuchen, dann wird das Handwerk für Sie goldenen Boden haben. Legen Sie eine Schippe drauf“, sagte Saevecke und forderte, die Zahl der Auszubildenden zu halten oder zu erhöhen. „Werben Sie für ihre Berufe, wenn mancher noch vor der Wahl steht: Was mache ich nach der Schule?“, appellierte Saevecke auch an die jungen Gesellen an deren „Ehrentag“.

Der Kreishandwerksmeister hielt fest: „Handwerker werden immer weniger – und werden immer dringender benötigt.“ Er könne sich erinnern, wie bei früheren Freisprechungen Junggesellen mit traurigen Minen dagesessen hätten, weil sie nicht übernommen worden seien. Dieses Bild habe sich, „Gott sei Dank“, geändert. Die „zukunftsträchtigste Branche unseres Landes“ sei das Handwerk. Eine Million Unternehmen und fünf Millionen Handwerker gebe es heute in der Bundesrepublik. Dabei würden sich die Gesichter des Handwerks auch verändern – durch Umsiedler, Einwanderer und Flüchtlinge.

Die Kreishandwerkerschaft Lüneburger Heide hatte überdies Persönlichkeiten für die Grußworte zur Verabschiedung der Gesellen aus beiden Landkreisen gewonnen. Der stellvertretende Landrat des Landkreises Lüchow-Dannenberg, Christian Carmienke, erinnerte daran, dass die Gesellen in Freiheit und Frieden ihre Arbeit tun könnten. Bad Bevensens Bürgermeisterin Susanne Lühr-Peschke nannte Weiterbildung im Beruf „unerlässlich“. Und Propst Jörg Hagen aus Uelzen stellte fest: „Handwerk ist verantwortliches Tun in Gottes Schöpfung.“

Von Christian Holzgreve

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