Heute Abend kommen 100 Flüchtlinge an / Notquartier Pestalozzischule leert sich

LeG-Halle für Einzug bereit

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DRK-Mitarbeiter Björn Busenius legt gestern bei der Einrichtung der Notunterkunft in der kleinen Sporthalle des Uelzener Lessing-Gymnasiums (LeG) letzte Hand an. Heute Abend werden vor Ort zwei Busse mit insgesamt 100 Flüchtlingen erwartet.

Uelzen. Der Essensbereich mit Tischen und Sitzbänken im Foyer der Sporthalle des Uelzener Lessing-Gymnasiums (LeG) ist fertig. Dort stapeln sich Kartons mit Müsliriegeln, Keksen und Mineralwasser. Auch die Schlafräume stehen bereits.

Wie in der Halle der Pestalozzischule trennen Bauzäune und Planen die einzelnen Bereiche mit Feldbetten für jeweils fünf Personen ab. Die kleine Turnhalle des LeG ist startbereit für den Einzug von 100 Flüchtlingen, die heute Abend erwartet werden.

Gemeinsam haben der Landkreis, das DRK und das Dienstleistungszentrum IDA die Notunterkunft – sie ist die zweite im Kreis Uelzen – hergerichtet. „Das ging hier Hand in Hand“, schildert Meike Karolat, Pressesprecherin des DRK-Kreisverbandes. Gestern brachten acht ehrenamtliche Kräfte der DRK-Bereitschaft die Erstverpflegung in die Halle. Nun werden sie bei der Essensausgabe helfen, ebenso bei der Registrierung und Untersuchung der Flüchtlinge durch das Gesundheitsamt.

Heute gegen 18 Uhr sollen die Flüchtlinge in zwei Bussen aus Passau ankommen. Sie werden zunächst für vier Wochen in der LeG-Halle untergebracht – im Rahmen der Amtshilfe für das Land, sagt Edelgard Cohrs, Leiterin des Kreis-Ordnungsamtes. „Wir wissen nicht, wer dort in den Bussen sitzen wird. Der Busfahrer wird sich eine halbe Stunde, bevor er ankommt, bei uns melden“, erklärt sie.

DRK-Mitarbeiter Björn Busenius, der den Aufbau der Notunterkunft in der LeG-Halle koordiniert, rechnet damit, dass mehr als zwei Drittel der Neuankömmlinge Männer sein werden. Das hätten die Erfahrungen in der Pestalozzi-Halle gezeigt. Dort gibt es etwas mehr Platz als im LeG, ansonsten ist der Aufbau fast identisch. In der Pestalozzi-Halle hat sich die personelle Situation derweil offenbar entspannt. Rund 100 Flüchtlinge waren dort am vergangenen Mittwoch einquartiert worden. Schon am Freitag war rund ein Viertel von ihnen auf eigene Faust weitergezogen.

Unterdessen fragen sich die Bürger in Bad Bodenteich seit Wochen, ob tatsächlich bis zu 1500 Flüchtlinge in die ehemalige BGS-Kaserne einziehen werden und wann überhaupt etwas geschieht. Nach AZ-Informationen befinden sich die Verhandlungen zwischen dem Innenministerium und dem Eigentümer der Anlage in der letzten Phase. Demnach ist geplant, zunächst rund 650 Flüchtlinge in den dann als Notunterkunft genutzten Gebäuden unterzubringen.

Perspektivisch ist offenbar sogar geplant, die Bodenteicher Kaserne zur Zentralen Aufnahmestelle für Bund und Land auszubauen und dort eine dauerhafte Erstaufnahme einzurichten. Dies wäre mit der Schaffung von bis zu 150 Arbeitsplätzen verbunden.

Von Bernd Schossadowski und Thomas Mitzlaff

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