Schulprojekt: Gedenktafel erinnert an Gefallene der Schlacht um Uelzen 1945

Lebendige Geschichte

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„Der war damals jünger als wir jetzt“: Dominik Hoffmann und Thorben Schmieta (rechts) haben sich intensiv mit den Ereignissen in Uelzen in den letzten Kriegstagen im April 1945 und dem Schicksal junger Soldaten auseinandergestzt.

Uelzen. „Es ist euer Verdienst, dass den Toten ein Gesicht gegeben wird.

„Das Gespräch mit Zeitzeugen suchen“: Imke Pape.

Dadurch wird Geschichte lebendig und die Erinnerungen an die Greueltaten der beiden Weltkriege verblassen nicht“, lobte Landrat Heiko Blume die Schüler der Theodor-Heuss-Schule, die im Rahmen eines Projektes unter Federführung des Kreisverbandes Uelzen der Deutschen Kriegsgräberfürsorge und mit finanzieller Unterstützung der Sparkasse Uelzen/Lüchow-Dannenberg eine Geschichts- und Erinnerungstafel gestaltet haben. Diese Tafel wurde gestern Morgen auf dem Friedhof in Veerßen offiziell eingeweiht.

Besonders zwei Schüler haben sich in den vergangenen Wochen und Monaten bei der Realisierung des Projektes engagiert – Dominik Hoffmann und Thorben Schmieta. Laut offizieller Gräberliste ruhen 29 deutsche Soldaten auf dem Veerßer Friedhof. Die Männer waren zwischen dem 13. und 17. April 1945 in den letzten Kriegstagen ums Leben gekommen. Die jeweils 17-jährigen Hoffmann und Schmieta hatten über verschiedene Vereine, Verbände und Institutionen versucht, Angehörige der Gefallenen, aber auch Zeitzeugen ausfindig zu machen.

"Es ist euer Verdienst": Landrat Heiko Blume.

Und tätsächlich: Nach hartnäckigen Recherchen gelang es den Schülern, die in der Zwischenzeit ihren Abschluss an der „Theo“ gemacht haben und ins Berufsleben eingestiegen sind, die drei Nichten des seinerzeit 16-jährigen Helmut Behling zu kontaktieren. Behling war in seinem jugendlichen Alter noch zum Kriegsdienst eingezogen worden. Eine Kugel traf ihn an jenen Apriltagen tödlich, als er in Veerßen beim Kampf gegen alliierte Truppen aus einem Schützenloch hervorgekommen war. Bilder von Helmut Behling und Kampfszenen aus Uelzen und Veerßen zieren die Gedenktafel. Behlings Nichten, Elvira Götze, Sigrid Manczyk und Doris Behling, die gestern zur Einweihung aus der Nähe von Berlin nach Veerßen gereist waren, standen beim Blick auf Erinnerungstafel und Porträt ihres Onkels die Tränen in den Augen.

Von Andreas Becker

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