1. az-online.de
  2. Uelzen
  3. Stadt Uelzen

Leben wieder in Uelzener Jugendherberge

Erstellt:

Von: Theresa Brand

Kommentare

Wenn vier Klassen in der Jugendherberge untergebracht sind, haben die Mitarbeiter alle Hände voll zu tun – und die Nachfrage steigt. Maik Lundschien, Daniela Ernst und Corinna Szepat bereiten sich auf die Saison vor.
Wenn vier Klassen in der Jugendherberge untergebracht sind, haben die Mitarbeiter alle Hände voll zu tun – und die Nachfrage steigt. Maik Lundschien, Daniela Ernst und Corinna Szepat bereiten sich auf die Saison vor. © Theresa Brand

In der Uelzener Jugendherberge zieht wieder Leben ein. Bis November liegen Anmeldungen für Schulklassen vor. Aber zum Infektionsschutz wird nicht das ganze Haus belegt, wie Herbergsmutter Daniela Ernst erklärt. 

Uelzen – Nach zwei Jahren Pandemie kehrt nun wieder Leben in der Jugendherberge Uelzen ein. Bis November ist schon jetzt alles für Klassenfahrten ausgebucht. „Und es gibt immer noch Anfragen ohne Ende“, sagt Herbergsmutter Daniela Ernst. Ursprünglich seien ab Januar die ersten Klassen eingeplant gewesen, doch aufgrund der vielen Corona-Infektionen hätten bis vor Kurzem fast alle spontan abgesagt.

Vom 19. März 2020 an bis Anfang März in diesem Jahr war die Jugendherberge bis auf eine kurze Zeitspanne im Herbst 2021 geschlossen. Doch selbst während der Schließung habe es Anfragen gegeben, die nun nach und nach abgearbeitet würden. Anders als früher ist das Haus aber nicht mehr bis auf das letzte Bett belegt. Von insgesamt 160 Plätzen würden zurzeit etwa 120 vergeben, erklärt die Herbergsmutter.

Sie versuche, die Schüler klassenweise auf jeweils einem Gang unterzubringen, damit die Gruppen nicht zu nah beieinander seien. Übrige Einzelbetten würden dann leer bleiben, um die Schüler zu schützen. Bei den Mahlzeiten verteilten sich alle auf insgesamt drei Speiseräume, sodass auch hier genügend Abstand herrsche. Bei Anreise brauche außerdem jeder einen negativen Testnachweis. Zur Mitte des Aufenthaltes müssten sich dann erneut alle testen.

Obwohl die Nachfrage nach Klassenfahrten sehr hoch sei, sei doch nicht alles wie vorher, erklärt Daniela Ernst: Die Jugendherberge bietet sonst Programmpakete an, bei denen Waldpädagogen oder die sogenannten „Schattenspringer“ mit den Kindern und Jugendlichen Koordinationsübungen, Vertrauensübungen, Interaktionsaufgaben und Kletteraktionen durchführen. Durch die Zwangspause hätten nun viele der pädagogischen Kräfte den Beruf gewechselt oder etwas anderes begonnen, sodass die noch verbliebenen Programmanbieter völlig überlaufen seien.

Doch hier sieht die Herbergsmutter auch eine Chance für neue Ideen. Durch den Lockdown habe es einen gravierenden Einschnitt gegeben, nach dem sich alle wieder neu finden müssten. Es gehe nun nicht darum, die Schüler mit einem Programm zu bespaßen, sondern sich selbst wieder in Gemeinschaft mit anderen zu positionieren. Daniela Ernst: „Es gehört ein Raum dazu, in dem ich mich erleben und entwickeln kann, mit anderen zusammen sein kann und bewusster wahrnehme, was um mich herum passiert.“ Das würde von den Lehrern bestätigt. Mit diesem Ansatz könne man nun neue Programme entwickeln, doch dafür brauche es kreative Köpfe.

Nicht nur bei der Planung der Programme gibt es Neu-erungen in der Jugendherberge. Im November, wenn die Saison vorbei ist, soll der Altbau saniert werden. Die Wasserleitungen werden erneuert, ebenso die Zwischendecken und Brandschutzvorkehrungen.

Im Winter kämen ohnehin nur wenige Gäste, überwiegend Musikgruppen für Wochenendbesuche. Derzeit sei man zudem im Gespräch mit „Leben leben“, die die Räumlichkeiten möglicherweise in den Wintermonaten nutzen könnten.

Auch interessant

Kommentare