Blutspende im Zeichen von Corona

Leben retten in Uelzen – gerade jetzt

Viele langjährige Spender waren zur Blutspende ins DRK-Mehrgenerationenzentrum an der Ripdorfer Straße in Uelzen gekommen.
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Viele langjährige Spender waren zur Blutspende ins DRK-Mehrgenerationenzentrum an der Ripdorfer Straße in Uelzen gekommen.

Uelzen/Landkreis – Die Schlange der Spendewilligen steht bis an die Straße am Ilmenauufer. Beim Kreisverband Uelzen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ist Blutspende-Tag.

Alles Routine, alles wie immer? Auffällig ist: Viele Spender kommen an diesem Nachmittag mit einem Mund- und Nasenschutz zum DRK-Mehrgenerationenzentrum (MGZ) an der Ripdorfer Straße. „Damit möchte ich Andere und mich selbst schützen“, sagt ein Freiwilliger.

Ein Mitarbeiter des DRK empfängt die potenziellen Spender mit einem Fieberthermometer. „Waren sie kürzlich im Ausland? Sind sie erkältet? Waren sie in Nordrhein-Westfalen?“ Ist die Temperatur im Normalbereich und werden diese Fragen mit „nein“ beantwortet, dürfen die Spender zur Anmeldung weitergehen. „Wir haben diese Blutspende unter besonderen Gesichtspunkten organisiert“, erklärt Meike Karolat, Pressesprecherin des DRK-Kreisverbands. Damit der erforderliche Abstand zwischen den Besuchern jederzeit gewahrt bleibt, ist die Blutspende in einer Art „Parcours“ mit entsprechenden Stationen aufgebaut. Vorgelassen wird immer nur eine Person, damit sich möglichst keine Schlange bildet.

Nach der Anmeldung muss in einem separaten Raum der Informationsbogen mit den Gesundheitsfragen ausgefüllt werden. Anschließend entscheidet ein Arzt nach Prüfung des Hb-Wertes (Hämoglobin), ob der Freiwillige auch wirklich spenden darf. Zum Hintergrund: Bei einer Blutspende geht für den Neuaufbau von Hämoglobin wichtiges Eisen verloren. Ist der Hämoglobinwert zu niedrig, so hat der Spender keine ausreichenden Eisenreserven. Eine Blutspende ist dann nicht möglich.

Weiter geht es in den eigentlichen Spendenraum. Aus dem Arm von Renate Matz läuft das kostbare rote Gut in einen Beutel. Drei Röhrchen mit 36 bis 40 Milliliter Blut müssen gefüllt werden. Gut gelaunt plaudert sie: „Ich habe schon vierzig Mal gespendet. Ich möchte einfach etwas Gutes tun.“ Jana Hennings gehört auch zu den fleißigen Spendern. „Ich finde es wichtig, gerade jetzt zu spenden. Ich habe nie darüber nachgedacht, wegen Corona nicht zur Blutspende zu gehen.“ Sie gibt auch zu bedenken, dass jeder auf eine Blutspende angewiesen sein könnte – also sollte auch jeder spenden.

Dass im Moment viele Menschen so denken, ist am Spendenaufkommen abzulesen. Bei der letzten Spende in Bienenbüttel waren es fast 100 Freiwillige, darunter 24 Erstspender. In Ebstorf kamen mehr als 126 Spender zusammen. An diesem Nachmittag zählt das DRK 125 Blutspender, darunter zwölf Erstspender. Auch wenn das ein relativ normales Spendenaufkommen im Mehrgenerationenzentrum in Uelzen ist, scheinen die Menschen stärker sensibilisiert zu sein. Laut DRK-Blutspendedienst braucht das DRK im Versorgungsgebiet Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bis zu 3000 Blutspenden – täglich- Rund ein Fünftel aller benötigten Blutpräparate werden für Krebspatienten benötigt, die sich in einer Chemo- oder Strahlentherapie befinden.

VON NICOLE LÜTKE

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