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Leben nach der Wahl-Schlappe: Was machen Hubertus Hacke und Wiebke Köpp heute?

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Von: Norman Reuter

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Das Bürgermeister-Büro im Uelzener Rathaus. Hier wollten Hubertus Hacke (FDP) und Dr. Wiebke Köpp (CDU) Platz nehmen.
Das Bürgermeister-Büro im Uelzener Rathaus. Hier wollten Hubertus Hacke (FDP) und Dr. Wiebke Köpp (CDU) Platz nehmen. © Reuter, Norman

Mitte September war Bürgermeister-Wahl in Uelzen. Jürgen Markwardt ging aus ihr als Sieger hervor. Aber was machen jetzt seine Herausforderer von damals?

Uelzen – Eine Dienstbesprechung mit den Ortsbürgermeistern und Haushaltsberatungen: So startet für Jürgen Markwardt das neue Jahr. Mit 67,3 Prozent war er Mitte September, damit inzwischen vor mehr als 100 Tagen, erneut zu Uelzens Bürgermeister gewählt worden. Während er den Dienstgeschäften des Stadtoberhauptes nachgeht, stellt sich die Frage, was machen jene, die ihn im Amt beerben wollten. Die AZ hat bei den damaligen Herausforderern Dr. Wiebke Köpp (CDU) und Hubertus Hacke (FDP) nachgefragt.

Seine Homepage zur Kandidatur steht noch online. Hubertus Hacke warb damit, ein waschechter Uelzer zu sein, der als solcher ins Rathaus einziehen könnte. Das habe es seit 1972 nicht mehr gegeben. Mit 8,4 Prozent verfehlte er das Ziel deutlich – heute hat er seinen Lebensmittelpunkt wieder in die Bundeshauptstadt Berlin verlagert.

Die Kandidaten für Uelzener Bürgermeisterwahl (von links): Jürgen Markwardt (parteilos, unterstützt von der SPD), Dr. Wiebke Köpp (CDU) und Hubertus Hacke (FDP)
Alter und neuer Bürgermeister Jürgen Markwardt (v. li.), Dr. Wiebke Köpp und Hubertus Hacke © Lars Becker

„Wir machen Gesundheitspolitik“, sagt Hacke, und meint damit sich und seine Kollegen, die für den FDP-Bundestagsabgeordneten Andrew Ullmann arbeiten. Der machte gerade von sich reden, weil er als Liberaler eine Impfpflicht ab 50 Jahren ins Spiel gebracht hat.

Hacke arbeitete schon vor der Bundestagswahl Ende September für Ullmann als wissenschaftlicher Referent. Als der Wiedereinzug des Bundestagsabgeordneten klappte, fragte dieser Hacke, ob er wieder für ihn arbeiten wolle. So ist es passiert, allerdings unter anderen Vorzeichen. Die FDP sitzt jetzt mit am Regierungstisch. Spannend sei die Phase der Koalitionsverhandlungen gewesen, so Hacke. „Jetzt ist es viel Abstimmungsarbeit.“

Gäbe es eine Zeitmaschine, und Hacke wäre noch einmal vor die Frage gestellt, ob er zur Bürgermeisterwahl antreten soll, würde er wieder ja sagen, meint er. „Der Motivationsgrund war, inhaltliche Baustellen zu benennen. Dafür zu streiten, dass es besser wird“, sagt Hacke.

Als Ziele hatte er sich den Erhalt des historischen Stadtbildes, eine Stärkung der Grundschulen oder auch eine andere Grünflächenpflege gesetzt, dabei auch immer wieder deutliche Worte verloren. Diese Strategie würde er wieder so fahren: „Mir war wichtig, hart in der Sache zu sein und fair im Umgang miteinander.“ In sozialen Netzwerken wäre bei Reaktionen auf seine Pressemitteilungen das nicht immer differenziert worden. Selbstkritisch sagt er: Zwar habe er viele Gespräche geführt, aber von Haus zu Haus sei er nicht gegangen und habe geklingelt. Andere Bewerber seien damit sehr erfolgreich gewesen. Womöglich hätte ihm das mehr Stimmen gebracht.

Ob nun Schule oder Grünpflege, das sind jetzt Themen, mit denen sich Dr. Wiebke Köpp zu befassen hat. Mit 24,3 Prozent der Stimmen gelang ihr zwar nicht, Markwardt nachzufolgen, aber sie sicherte sich einen Platz im Rat. Ist heute CDU-Fraktionssprecherin. Akut zurzeit: Der Haushalt für 2022, der ein Minus von 4,04 Millionen Euro aufweist. „Das ist ein ziemliches Brett“, sagt Köpp. Alle Fraktionen seien gefordert. Das Gute aus ihrer Sicht: „Die CDU-Fraktion hat sich gefunden. Wir haben ein Team.“

Wenngleich die gebürtige Husumerin, die über Klimapolitik promovierte, nicht hauptamtliche Bürgermeisterin geworden ist, die jetzt ehrenamtliche Aufgabe bindet Zeit in ihrem Alltag. „Das ist schon ein aufwendiges Ehrenamt.“ Und das nach einem mit dem Wahlkampf auch sehr „intensiven Jahr“. Missen will Köpp die Erfahrung als Bürgermeisterkandidatin aber nicht. „Das war eine bereichernde Episode. Ich konnte mich persönlich auch weiterentwickeln.“

In der Innenstadt mit der „Wählbar“ einen Anlaufpunkt zu schaffen, das sei der richtige Weg gewesen, meint sie. „Wir profitieren jetzt noch von den vielen Gesprächen“, sagt Köpp. Kontakte seien entstanden und viel Inhaltliches dabei herausgesprungen. Reichlich Stoff für die Wahlperiode. Diese läuft bis 2026.

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