Am 1. März öffnet das neue Hospiz am Stadtwald / 2,2 Millionen Euro investiert

Ort für Leben und Abschied

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Mit hellen und offen gestalteten Räumen empfängt das neue Hospiz Patienten und Gäste.

Uelzen. Schwerstkranke in ihrer letzten Lebensphase stationär zu begleiten – das hat sich das Team des Hospizes am Uelzener Stadtwald auf die Fahnen geschrieben.

Am 1. März nimmt die Einrichtung des Advent-Wohlfahrtswerks und der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die nebenan auch ein Seniorenheim und ebenfalls neu entstandene Wohnungen betreiben, ihren Betrieb auf. Der erste Patient wird bereits am 3. März eines der insgesamt elf Hospiz-Zimmer beziehen.

Menschen, deren Lebenserwartung nur noch kurz ist, die eine in naher Zukunft den Tod bringende Diagnose haben und nicht zu Hause betreut werden können, finden im Hospiz Aufnahme. Die häufigste Diagnose der Sterbenskranken sei Krebs, sagt Geschäftsführer Georg Remmert. Ob ein Mensch ins Hospiz geht, entscheiden in der Regel die Hausärzte oder Klinikärzte. Die Todkranken erfahren im Hospiz soziale Kontakte, erleben Begegnungen, werden rundum versorgt, und wenn es machbar ist, werden auch so viele Wünsche wie möglich erfüllt. Und ja, betont, Georg Remmert, es wird auch gelacht. Viel sogar. „Es geht im Hospiz nicht mehr darum, was gesund macht oder krank, sondern darum, was Spaß macht.“ Dass in all dem die Angehörigen immer mitgenommen werden, versteht sich von selbst.

2,2 Millionen Euro haben die Adventisten in den Neubau am Stadtwald investiert, elf Arbeitsplätze werden geschaffen. Und Georg Remmert und auch Pflegedienstleitung Martina Schubert-Messenbrink sowie Sozialarbeiterin Doris Wienick betonen, dass man hier „ein offenes Haus“ anbiete. Aufgenommen wird jeder, unabhängig von seiner Konfession. Jeder Interessierte ist willkommen, um sich die Räume anzusehen. Und Ehrenamtliche, die sich einbringen möchten, sind ebenfalls gern gesehen. Eine Kooperation mit dem Hospizdienst des Landkreises Uelzen ist auch schon vereinbart worden.

Außerdem gibt es einen Förderverein für die neue Einrichtung am Stadtwald, denn in einem stationären Hospiz übernehmen die Kranken- und Pflegekassen nur 90 Prozent der Kosten. Die übrigen zehn Prozent muss der Hospiz-Betreiber selbst tragen und durch Spenden einwerben. Für viele, weiß Georg Remmert, sei das Thema Tod immer noch ein Tabu und behaftet mit Angst und Unsicherheiten. Doch Sterben und Sterbende gehörten zum Leben dazu. Mit dem Hospiz sei ein Ort des Lebens und des Abschieds entstanden, der eine würdevolle letzte Lebensphase des Menschen ermögliche.

Von Ines Bräutigam

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