Rock im Rothen findet am Sonnabend zum wahrscheinlich letzten Mal am Schloss Holdenstedt statt

Ein lautstarker Abschied

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Beim Rock im Rothen in Holdenstedt treffen sich Jung und Alt und feiern gemeinsam. In diesem Jahr spielt unter anderem die Hamburger Band „Showdown-life“ und könnte damit in die Dorfchronik eingehen – als letzte Band die beim Rock im Rothen auf dem Schlossgelände spielen durfte.

Uelzen-Holdenstedt. Ein – wahrscheinlich – letztes Mal wollen sie es noch im Schlosspark krachen lassen, die Organisatoren des Rock im Rothen, der am kommenden Sonnabend, 18. August, zum bereits 17. Mal stattfindet.

„Mit dem derzeit favorisierten Käufer und seinen Ideen, wird das Festival am Holdenstedter Schloss auf keinen Fall mehr stattfinden können, da sind sich alle Mitglieder einig“, stellt Herwig Maaß, Vorsitzender des Vereins Pro Holdenstedt, der das kleine Festival jedes Jahr ausrichtet, klar. Damit gerät das Konzert am Samstagabend nicht nur zur Party, sondern vor allem auch zum Abschiedsfest von der gewohnten Umgebung.

Bei einer Informationsveranstaltung der Hansestadt zum anstehenden Schlossverkauf Ende Mai hatte es noch geheißen, dass der von der Stadt favorisierte Käufer, der auf dem Gelände zwei Gebäude für Pflegezwecke errichten möchte, die Traditionsveranstaltung Rock im Rothen gerne weiter am Schloss stattfinden lassen möchte. „Er könnte sich auch vorstellen dort mit seiner eigenen Band aufzutreten“, sagte Bürgermeister Jürgen Markwardt damals. Für Herwig Maaß sind das leere Worthülsen. „Die Senioren möchte ich sehen, die dort direkt vor ihrem Fenster bis Mitternacht ein Rock-Konzert haben wollen.“

Hinzu kämen organisatorische Probleme. „Während der Bauzeit wäre das Konzert schon mal gar nicht möglich“, sagt Maaß und nach Abschluss des Baus würden sich weitere Fragen auftun. Maaß: „Wo stellen wir die Toilettenhäuschen auf? Was ist mit den Zugangskontrollen?“ Bisher würde man alle Wege auf das Gelände bis auf einen absperren. „Aber wir können die Leute, die dort dann wohnen, ja schlecht einsperren“, erläutert er. Noch viel wichtiger allerdings: „Wir wollen die Zerstörung des Schlossplatzes so wie er jetzt ist, sowieso nicht unterstützen.“

Ganz sterben lassen, möchte der Verein pro Holdenstedt die Traditionsveranstaltung allerdings nur ungern. „Das wäre ganz schade für Holdenstedt. Da sich alle Vereine an dem Projekt beteiligen, das trägt zur Gemeinschaft bei“, sagt Maaß. Über alternative Veranstaltungsorte mache man sich deshalb schon Gedanken. „Da ist aber nichts spruchreif“, so Maaß.

Für dieses Jahr wünscht sich der Vereinsvorsitzende nochmal eine rauschende Party auf dem Schlossgelände. „Wir wollen nochmal richtig feiern und haben dafür richtig gute Bands organisiert“, verspricht Maaß. Mit der aus sechs Musikern bestehenden Band „Showdown-life“ aus Hamburg, soll den Gästen ein besonderer Musikgenuss geboten werden. Mit Tanz- und Partyklassikern, Rock, Pop und Hits der 80er und 90er Jahre sowie den aktuellsten Hits von heute will man sich so richtig ins Zeug legen.

Den Auftakt macht um 19.30 Uhr die Uelzener Punkrock-Band „Subway eleven“. Das junge Rock-Trio mit Felix Kladde, Janek Koch und Malte Verch besticht durch straighten Bass und breite Gitarren, untermalt von der Rockstimme des Sängers Felix.

Der Eintritt zum 17. Rock im Rothen beträgt 5 Euro.

Von Steffen Schmidt

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