Vorsicht im Verkehr im Kreis Uelzen

Laub, Wild und Regen: Mehr Unfallrisiken im Herbst

In der Dämmerung und nachts queren Wildtiere die Straße. Sie werden womöglich zu spät gesehen. Der Appell: Runter vom Gas!
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In der Dämmerung und nachts queren Wildtiere die Straße. Sie werden womöglich zu spät gesehen. Der Appell: Runter vom Gas!

Uelzen/Landkreis – Frühmorgens fallen die herbstlichen Temperaturen bis unter den Gefrierpunkt. Glatt kann es werden auf den Straßen. Für Autofahrer, die jetzt zu schnell unterwegs sind oder in Kurven falsch bremsen, ein Unfallrisiko.

Jetzt, im Herbst, müssen Verkehrsteilnehmer mit besonderen Gefahren rechnen, erklärt Martin Schwanitz, Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen. Autofahrer sollten ihr Fahrverhalten diesen Gefahren anpassen.

Winterreifen: Von Oktober bis Ostern

Niedrige Temperaturen können besonders in den frühen Morgenstunden für überfrierende Nässe sorgen. Dazu kommen meist noch Herbstlaub oder Fahrbahnverschmutzungen, die Straßen gefährlich machen. „Winterreifen sollten jetzt aufgezogen werden, denn bei Temperaturen unter sieben Grad haften sie wesentlich besser als Sommerreifen“, sagt Uwe Kalischewski, Geschäftsführer der Verkehrswacht Uelzen.

Die Reifen sollten nicht älter als fünf Jahre sein und eine Mindestprofiltiefe von vier Millimetern nicht unterschreiten.

Runter vom Gas und Abstand wahren

Mit starken Regenfällen steht auch Wasser auf den Straßen. Stichwort: Aquaplaning. Dieses entsteht, wenn sich auf der nassen Fahrbahn eine kleine „Welle“ vor dem Reifen bildet. Schaffen es die Reifen bei hoher Geschwindigkeit irgendwann nicht mehr, das Wasser über das Profil abzuleiten, schiebt sich diese Welle unter den Reifen. Das Auto schwimmt auf und hat keine Bodenhaftung mehr – es reagiert nicht auf Lenken oder Bremsen.

In solchen Situationen sollten Fahrer ruhig bleiben und keine hektischen Lenkbewegungen machen, raten die Experten. Geringeres Tempo, kein abruptes Bremsen. Wer dazu noch die Kupplung durchtritt, hat eine Chance, das Auto in der Spur zu halten.

Das Licht ist schummrig, Nebel zieht auf. Deshalb: Im Herbst und Winter immer mit Tagfahrlicht oder Abblendlicht fahren. Sind die Sichtverhältnisse eingeschränkt, sollte sofort die Geschwindigkeit reduziert werden. „Das Wichtigste: Den Abstand zum Vordermann einhalten“, sagt Uwe Kalischewski. Bei schlechten Witterungsverhältnissen wie Nässe oder Glätte verlängere sich der Bremsweg um das Dreifache. Als Faustformel gelte: Die Sichtweite ist gleich Fahrgeschwindigkeit.

Besondere Vorsicht bei Wildwechsel

Bei Dämmerung und nachts kommt es vermehrt zu Wildwechsel. „Das ist auf unseren Landstraßen ein besonderes Problem“, weiß Kalischewski. Wenn ein Tier die Fahrbahn überquert, gilt es, abzublenden, zu hupen und zu bremsen. „Versucht man auszuweichen, besteht die Gefahr, von der Fahrbahn abzukommen oder mit einem Baum zu kollidieren“, sagt Kalischewski. Im Zweifel ist es ratsamer, eine Kollision in Kauf zu nehmen. Ist ein Unfall geschehen, sollten Autofahrer den Warnblinker anschalten, die Unfallstelle absichern und die Warnweste anziehen, um von anderen gesehen zu werden. VON NICOLE LÜTKE

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