Kunstvoll beleuchtete Gebäude, eine Gondel auf dem Ratsteich

Uelzen im Rausch der Farben

Venezianisches Flair: Eine Gondel drehte auf dem Ratsteich ihre Runden.
+
Venezianisches Flair: Eine Gondel drehte auf dem Ratsteich ihre Runden.
  • VonOliver Huchthausen
    schließen

Das hat es so auch noch nicht gegeben: Am Freitagabend waren Gondeltouren auf dem Uelzener Ratsteich möglich, was für venezianisches Flair in der Hansestadt sorgte. Die Attraktion war Teil des Late-Night-Shoppings in Uelzen, bei dem auch wieder Gebäude kunstvoll angeleuchtet wurden.

Uelzen – Es soll ja noch immer ein paar Nörgler geben, die beharrlich behaupten, in Uelzen wäre nichts los. Sollten Selbige am vergangenen Freitagabend zufällig einmal einen Abstecher in die Innenstadt unternommen haben, wären sie schnell eines Besseren belehrt worden. Handelsverein und Stadtmarketing hatten zum großen Late-Night-Shopping eingeladen. Wie schon im vergangenen Jahr verwandelten sich viele markante Gebäude in illuminierte Kunstobjekte und wurden so zum absoluten Hingucker.

Neu in diesem Jahr: Nicht nur die Marktstraßen, sondern auch der Ratsteich und die Gertrudenkapelle wurden in das Gesamtkonzept mit eingebunden. Wer hätte gedacht, dass jemals eine original venezianische Gondel ihre Kreise auf dem Ratsteich ziehen würde, gerade zu späterer Stunde ein wahrlich romantisches Highlight. Gondolieri Carlo, mit bürgerlichem Namen Uwe Kunze, hatte die 40 Jahre alte Gondel, die zuvor tatsächlich in Venedig im Einsatz gewesen war, 2009 gekauft und restauriert.

Die aus der Corona-Not entstandene „Kultur im Schaufenster“ hatte mit Imanthi Gräflich Monard auch wieder eine interessante Künstlerin am Start. Ausgestattet mit grün fluoreszierenden Kopfhörern, lauschten die Zuhörer an der Lüneburger Straße 24 den teils selbst komponierten Songs der 29-jährigen Lehrerin der Kreismusikschule, die durch ihre bemerkenswerte Soulstimme zu überzeugen wusste.

Ein Hingucker: Leuchtwesen auf Stelzen wandelten durch die Uelzener Marktstraßen und zogen Blicke auf sich.

Apropos Kultur: Zwar nicht in direkter Verbindung mit dem Late-Night-Shopping stand die Wandellesung durch die Hansestadt, aber sie fand zeitgleich statt. Das im Rahmen des Niedersächsischen Literaturfestes ausgerichtete Event mit Autoren wie Martin Piekar oder Isabel Bogdan blieb aber sicher hinter den Erwartungen der Veranstalter, was die Teilnehmer betraf. Lediglich 13 zahlende Gäste im Schauspielhaus und nur unwesentlich mehr im Central-Theater, wo sogar das große Kino 1 gebucht wurde, konnte die Veranstalter sicher nicht zufrieden stellen.

Auf den Marktstraßen erstrahlten die Bäume im grünen und roten Licht, zwei Leuchtwesen wandelten auf Stelzen umher und zogen bewundernde Blicke auf sich, kurz: Uelzen lebte und zog die Besucher in Scharen in die Innenstadt. Aber brachte das mit viel Herzblut organisierte Abendevent auch den erhofften Umsatz für die immerhin gut 30 teilnehmenden Einzelhändler in der Innenstadt? „Leider nein“ resümierte Heike Steininger, Teamleiterin im Modehaus Ramelow: „Zwar hatten wir viele gut gelaunte Kunden im Geschäft, aber es war mehr so ein gemütliches Flanieren, der Umsatz fiel deutlich geringer aus als im letzten Jahr“.

Faszinierend: Das Rathaus als Verwaltungssitz der Stadt Uelzen war in einem leuchtenden Rot mit kreisförmigem Muster getaucht.

Ähnlich äußerte sich auch Dana Christepei von „Danas Nähstube“: „Der Umsatz war nicht so toll, natürlich gab es auch Verschiebungen vom Nachmittag auf den Abend. Trotzdem macht mir solch ein Event eine Menge Spaß und ich finde es auch wichtig, um auf sich aufmerksam zu machen.“

Und genau dies war auch Grund und Motivation für Alexander Hass und sein Team vom Stadtmarketing, ein solches Event zu organisieren: „Wir müssen doch erst einmal dafür sorgen, dass die Menschen in die Stadt kommen, um die vielfältigen Angebote auch wahrzunehmen. Dann werden Kontakte geknüpft, darauf lässt sich aufbauen“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare