Mit GPS-Ortungsgeräten versuchen Forstämter ihr Holz zu schützen

Langfinger in den Wäldern

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Brennholz ist heiß begehrt, wissen die Landesforsten.

tm/dpa Uelzen. Anhaltend hohe Holzpreise und der bevorstehende Winter locken Holzdiebe in die Wälder. Der „Brennholz-Klau“ hat nach Angaben des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen deutlich zugenommen.

Fast jeden Tag werde irgendwo im Land Brennholz gestohlen, sagte Vorstandsmitglied Heinrich von Brockhausen der Nachrichtenagentur dpa. Gestohlen würden vor allem kleinere Mengen, die abholfertig am Wald liegen. „Es passiert oft, dass Kunden sich ihr Holz im Wald zurechtmachen. Und am nächsten Morgen ist es dann verschwunden. “.

Diebstähle dieser Art gebe es immer wieder, bestätigt Uelzens Forstamtsleiter Armin Menge. „Bei uns kommt das aber nicht so systematisch vor, weil wir unser Holz nicht lange lagern.“ Er wisse aber von Kollegen aus anderen Teilen, die systematischen Holzdiebstahl in großem Stile zu beklagen haben: „Da sind auch Profis am Werk.“

Auch andere Eigentümer lassen geschlagenes Holz nicht mehr lange im Wald liegen, schildert Frank Haufe von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Viele Waldbesitzer sind auch dazu übergegangen, Brennholz nur noch in drei Meter langen Stücken anzubieten. Denn was auf einen Meter Länge zugeschnitten ist und am Weg liegt, wird gerne illegal aufgeladen und abgefahren.

Die Stämme in drei Metern Länge zu veräußern, ist auch das klassische Verkaufsmodell des Uelzener Forstamtes. „Die Kunden zerkleinern es dann gleich vor Ort im Wald“, schildert Menge. Aktuell sei Brennholz sehr begehrt: „Wir können die Nachfrage decken, sie ist aber derzeit vergleichsweise hoch.“

Verkauft werde das städtische Holz ab 25 Euro pro Raummeter, Buche und Eiche sind wegen des höheren Brennwertes besonders begehrt und sind in langen Stämmen ab 35 Euro zu haben. Gehackt sei man bei 60 bis 65 Euro, schildert der Forstamtsleiter – und damit liegt der Preis in Uelzen im Landesdurchschnitt: Niedersachsenweit werden für einen Raummeter ofenfertiges Buchenholz im Schnitt fast 60 Euro verlangt. In Einzelfällen sind es sogar mehr als 90 Euro.

Um Dieben auf die Spur zu kommen, haben mancherorts Waldbesitzer schon damit begonnen, sogenannte Forst-Tracker an die Stämme anzubringen. Die von außen unsichtbar in den Stämmen angebrachten Apparate ermöglichen eine GPS-Ortung des Holzes.

Von Thomas Mitzlaff

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