Fast täglich werden Gestecke entwendet

Langfinger auf dem Uelzener Friedhof: Auch Kindergräber nicht verschont

Angehörige und Bekannte geben sich oftmals viel Mühe, um die Gräber in Ordnung zu halten. Besonders an Feiertagen wie Allerheiligen oder Totensonntag werden häufig Blumen hingestellt.
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Angehörige und Bekannte geben sich oftmals viel Mühe, um die Gräber in Ordnung zu halten. Besonders an Feiertagen wie Allerheiligen oder Totensonntag werden häufig Blumen hingestellt.

Uelzen – Werner Dudde zeigt sich fassungslos: „Es ist doch traurig“, sagt er kopfschüttelnd. Zum wiederholten Male haben Unbekannte Grabschmuck von der Stätte des Sohnes seiner Bekannten entwendet.

Das Gesteck sei zu Allerheiligen am 1. November hingestellt worden – wenig später war es bereits wieder verschwunden.

Dies ist freilich nicht das erste Mal, dass Blumen oder Gestecke von der Grabstätte gestohlen wurden. Seit 2007 steht das Grab auf dem Uelzener Friedhof in der Scharnhorststraße, Ecke Lindenstraße. Und bereits mehrere solcher Vorfälle sind Dudde bekannt. Dabei würde die Stelle fast jede Woche von der Familie sorgfältig gepflegt werden, merkt Dudde an, doch sobald neue Blumen oder Gestecke hingestellt würden, seien diese oft direkt wieder verschwunden. Auch am Todestag und Geburtstag des Toten sei dies bereits vorgekommen. Dudde selbst geht davon aus, dass es sich dabei stets um die- oder denselben Täter handle.

Erst kürzlich wurde an diesem Grab ein Gesteck entwendet – zum wiederholten Male.

Laut Dudde ist dies zudem kein vereinzeltes oder regionales Problem. Auch bei Verwandten in Recklinghausen wurden schon mehrfach Diebstähle von Grabschmuck beobachtet. Hier hätten die Polizisten die Täter aber gefasst, weil diese ihre Beute später weiter verkaufen wollten und dabei erwischt wurden.

In solchen Fällen die Polizei zu verständigen, rät auch die zuständige Friedhofsverwaltung der St.-Marien-Kirchengemeinde in Uelzen, denn bei Duddes Situation handelt sich um keinen Einzelfall. Da es sich bei dem Friedhof um ein für alle öffentlich zugängliches Gelände handelt, sei die Verwaltung selbst jedoch machtlos, die Diebstähle einzudämmen. Den Angehörigen bliebe im Falle eines Diebstahls nichts anderes übrig, als den geklauten Schmuck zu ersetzen und den Vorfall der örtlichen Polizei zu melden, hieß es von Seiten der Verwaltung bedauernd.

Mittlerweile würden Fälle beinahe jeden Tag mitgeteilt, in denen Unbekannte Grabgestecke gestohlen hätten. Nicht einmal Kindergräber seien verschont geblieben. Bei der Größe des Friedhofs könne man aber schlicht nichts machen, um die Gräber dauerhaft zu schützen, teilt die Verwaltung resigniert mit.

VON DANIEL BIELING

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