Diebstahl-Masche

Langfinger kommen zu zweit: Uelzener Händler will Kollegen warnen

Einen Moment abgelenkt gewesen – und schon sind Geldbörse, Handy oder Schlüsselbund geklaut.
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Einen Moment abgelenkt gewesen – und schon sind Geldbörse, Handy oder Schlüsselbund geklaut.
  • Lars Becker
    VonLars Becker
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Ein kleiner Moment der Unaufmerksamkeit, eine geschickte Ablenkung – und schon war am Montagmorgen die Geldbörse weg: Was einem Geschäftsmann aus der Hansestadt jetzt schon zum zweiten Mal passiert ist, soll anderen nicht auch widerfahren.

Uelzen – Deswegen hat er den Diebstahl in seinen eigenen Geschäftsräumen nicht nur bei der Polizei angezeigt, sondern geht auch den Weg an die AZ und damit an die Öffentlichkeit. Er will andere warnen vor einer Masche, die bundesweit bekannt ist – aber leider auch erfolgreich.

Dabei betritt ein Täter-Duo einen Laden, den es mutmaßlich vorher gut ausgekundschaftet hat. Die Langfinger wissen: Hier hält sich nur eine Person auf, die unmöglich zwei Kunden gleichzeitig im Auge behalten kann. Im Geschäft kommt es zu einer Ablenkungshandlung beispielsweise in Form einer Nachfrage, durch die der Angestellte oder auch Ladenbesitzer vom eigentlichen Dieb „weggeholt“ wird. Der hat längst die Beute im Blick – ein Handy, ein Portemonee, vielleicht sogar eine offene Kasse.

Wertgegenstände möglichst immer wegschließen

So schnell, wie die Ganoven gekommen sind, verlassen sie den Tatort auch schon wieder. Wenn das Opfer merkt, dass etwas fehlt, ist es zu spät.

„Ganz bewusst werden kleine Geschäfte ausgewählt. Dort liegt schon mal das Handy griffbereit. Leider kommen solche Fälle immer wieder vor – auch in Supermärkten, wo sich Kriminelle durch Türen und Gänge in die Personalräume schleichen und sich bedienen an Dingen, die unverschlossen herumliegen“, sagt Polizeisprecherin Antje Freudenberg.

Kameras wirken abschreckend auf Ganoven

Sie rät nicht nur dazu, alle Wertgegenstände (auch Schlüssel) möglichst immer wegzuschließen, sondern auch dazu, Kameras gut sichtbar anzubringen. „Ob die tatsächlich funktionieren müssen, sei dahingestellt. Sie schrecken aber auf jeden Fall ab. Gelegenheit macht Diebe – wo Kameras sind, sind diese Täter vorsichtig.“ Häufig kleideten sich die Täter sogar betont seriös, um zunächst einmal unverdächtig zu wirken.

Ein anderer Uelzener Geschäftsmann, dem im eigenen Laden nach identischem Strickmuster das Handy geklaut worden ist, hat sich angewöhnt, abzuschließen und nur auf Klopfen wie Klingeln zu reagieren.

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