Derzeit verbindet Pächter und Kunden an der Zapfsäule die gute Stimmung

Wie lang geht der Tank-Spaß?

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Momentaufnahme von gestern Abend: Bei diesen Kraftstoffpreisen kommt Freude auf.

Uelzen. Diesel für 95 Cent, Super für 1,22 Euro – tanken macht Autofahrern derzeit Freude. Das merken auch die Betreiber der zehn Tankstellen in Uelzen.

Sie sagen: „Die Situation ist gut für die Stimmung im Geschäft“, „Es macht viel mehr Spaß zu arbeiten“ und „Die Kunden kommen mit einem Lächeln rein“.

Marisa Daut, Inhaberin der Felta-Tankstelle in Veerßen, ergänzt in Hinblick auf die bevorstehenden Ferien: „Die Kunden freuen sich über die momentan niedrigen Preise, und somit auch darauf, über die Feiertage wegzufahren.“

Wirtschaftlich, sagen alle Tankstellenbetreiber übereinstimmend, hat der niedrige Kraftstoffpreis auf sie keinen Einfluss. Letztlich tankten die Leute kaum spürbar mehr.

Unter die Freude an der Zapfsäule mischen sich aber auch Fragen, berichtet ein Pächter von Kundengesprächen: „Die Leuten fragen sich, ob die aktuelle Entwicklung gut ist. Kraftstoff, Heizöl – alles wird verschleudert. Was ist da am Markt eigentlich los?“

Auch Marc Pfeiff, Verkaufsbüroleiter vom „Hoyer Energie-Service Uelzen“, beschäftigt diese Frage. Zunächst sieht aber die Kundenvorteile durch die günstigen Preise. Darüber, wie die Situation entstanden ist und wie sie sich weiter entwickelt, ließen sich aber nur Vermutungen anstellen.

„Nach dem jetzigen Stand, gibt es innerhalb der erdölexportierenden Länder in ihrer Organisation OPEC, keine Einigkeit. Wir warten ab, wie es weitergeht.“ Bei „Team Energie“ sagt Standortleiter Volker Wutke: „Die Heizöpreise haben sich in den letzten zwei Jahren halbiert, das ist – zusammen mit den milden Wintern – das Beste, was dem Verbraucher passieren kann.“ Auch er kann bezüglich des niedrigen Rohölpreises am Weltmarkt nur spekulieren. „Das sind Faktoren, die wir nicht bestimmen können.“ Dazu zählten: Das Angebot am Weltmarkt, Stichwort Fracking in den USA. Außerdem die Taktiken der in der OPEC organisierten Erdölförderer, zum Beispiel Saudi-Arabien. Und die nicht OPEC-Staaten wie Russland und Norwegen, von wo das hier verkaufte Erdöl überwiegend stamme – um dies alles im Detail zu durchschauen, brauche es „die Kenntnisse eines Wirtschaftsweisen“, so Wutke. Fest stehe in Bezug auf die Preisentwicklung nur, sagte Wutke abschließend: „Die Luft nach unten wird dünner.“

Von Steffen Kahl

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