Schimmelpilz in Futtermittel: Kreis wartet auf nähere Angaben

Landwirte „stocksauer“

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Uelzen. Während nach bisherigem Kenntnisstand kein Milchviehbetrieb im Landkreis Uelzen mit verseuchten Futtermitteln versorgt wurde, ist noch unklar, ob andere Höfe aus der Region womöglich von dem Schimmelpilz-Skandal betroffen sind.

Wie der Landkreis Uelzen auf AZ-Nachfrage erklärte, habe das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) Niedersachsen noch keine Listen, in denen belieferte Betriebe aus der Region aufgeführt wären, herausgegeben. Sollte aus den noch ausstehenden Unterlagen hervorgehen, dass ein Landwirt betroffen ist, würde das Veterinäramt seine Arbeit aufnehmen und Proben ziehen, so der Kreis.

Das Laves hatte zunächst den Fokus auf Milchviehbetriebe gerichtet, weil befürchtet worden war, dass durch das verseuchte Futtermittel die Milch belastet sein könnte. Dass durch den Verzehr von Fleisch und Geflügel aus betroffenen Betrieben jemand Schaden nimmt, gilt als unwahrscheinlich. Allerdings, so räumt das Laves ein, gibt es noch eine Beschränkung für Innereien aus belieferten Betrieben. Eine Belastung durch verseuchte Futtermittel könne nicht restlos ausgeschlossen werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung, so die Auskunft des Laves, überprüfe gegenwärtig deshalb noch gezogene Fleischproben. Mit einem Ergebnis ist frühestens heute im Laufe des Tages zu rechnen. „Dann findet eine Neubewertung statt“, so Laves-Sprecherin Hiltrud Schrandt.

Unterdessen wächst der Unmut der Bauern aus der Region, wie Kreislandwirt Thorsten Riggert berichtet. „Die Landwirte sind stocksauer“, weiß er aus Gesprächen mit seinen Kollegen. Nicht nachvollziehbar für die Bauern sei, dass mit Schimmelpilz befallener Mais ins Futter gelangen konnte. „Landwirte müssen alles kontrollieren, und bei Futterlieferanten ist ein solches Desaster möglich“, so Riggert.

Kritik übt der Kreislandwirt an der Informationspolitik des Laves. Bislang habe das Landesamt nicht die Namen der Lieferanten genannt, die Schimmelpilz-Mais verarbeitet hätten. „Wie sollen wir da schnell reagieren?“, fragt er. Das Laves betont, dass alle erforderlichen Schritte eingeleitet worden seien.

Von Norman Reuter

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