Zu wenig Niederschläge / Künstliche Beregnung hilft / Hackfrüchte brauchen aber bald viel Wasser

Landwirte sitzen auf dem Trockenen

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Im Landkreis Uelzen laufen die Beregnungsanlagen, um die Getreideernte nicht zu gefährden. Das Frühjahr ist 2015 bisher deutlich zu trocken gewesen.

Uelzen/Landkreis. Getreide steht auf den Feldern. Beregnungsanlagen versorgen das Korn mit Wasser. Ein Bild, das für den Landkreis nicht ungewöhnlich ist, zählt er doch zu den trockensten Gebieten Deutschlands.

Über 95 Prozent der Ackerflächen werden zum Bestellen künstlich beregnet. 2015 laufen die Anlagen oft und lange, es ist viel zu trocken.

„Es war bisher kein normales Frühjahr“, weiß Ulrich Ostermann vom Wasser- und Bodenverband Uelzen zu berichten. Seit März habe es deutlich zu wenig an Niederschlag gegeben. Zwar habe es immer wieder mal geregnet, doch die gefallenen Wassermengen seien überschaubar gewesen.

Ein Blick in die Statistik des AZ-Wetterexperten Reinhard Zakrzewski zeigt: Im April waren die Tage wärmer als normal, ein anhaltender Luftdruck über West- und Nordwesteuropa sorgte für Bilderbuchwetter und wenig Regen. Im Mai herrschte ein SonnenWolken-Mix mit Regentagen. Im Vergleich zu den Vorjahren war es jedoch zu trocken, wie Ostermann schildert. Das zeige sich auch an den Pegelständen der Flüsse in der Region.

Das Frühjahrswetter 2015 macht vor allem Landwirten in Gebieten zu schaffen, die anders als im Kreis Uelzen nicht über eine fast flächendeckende künstliche Beregnung verfügen. Zwischen Bienenbüttel und Bad Bodenteich sind die Bauern noch entspannt, wie Kreislandwirt Thorsten Riggert sagt. Die Temperaturen würden helfen, dass das Wasser der Beregnungsanlagen nicht so schnell verdunste. „Jetzt müssen wir mal in drei Wochen schauen“, so Riggert. Dann seien ganz andere Verdunstungsgrade zu erwarten und Hackfrüchte wie die Kartoffel, die Zuckerrübe oder der Mais würden dann viel Flüssigkeit benötigen. „Regen wäre wichtig“, sagt der Kreislandwirt.

Das zu trockene Frühjahr ist für Ulrich Ostermann ein Wetterphänomen, aber noch kein Klimaphänomen. Wenn es dauerhaft Winter ohne große Niederschläge gebe und auch die Frühjahre zu trocken seien, müsse sich die Landwirtschaft umstellen. Das Thema Klimawandel beschäftige die Branche. Und Projekte wie der Wasserspeicher bei Borg für die Beregnung, der sich aus Abwasser der Rübenverarbeitung speise, würden bereits dabei helfen, die Grundwasserbestände zu schonen.

Von Norman Reuter

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