Allein ohne Eltern

Landkreis zählt 57 unbegleitete Flüchtlingskinder

Untergebracht sind diese unbegleiteten Flüchtlingskinder in Kinderheimen, Pflegefamilien, in Gemeinschaftsunterkünften oder bei Verwanden, zum Teil auch außerhalb des Kreisgebiets, berichtet Kreis-Sprecher Martin Theine. Sie müssen die zuständige Schule besuchen.

„Da der Landkreis Uelzen weiteren Bedarf an Betreuungsplätzen in Jugendhilfeeinrichtungen sieht, befindet sich der Landkreis diesbezüglich zurzeit in entsprechenden Abstimmungsgesprächen. Konkrete Ergebnisse liegen noch nicht vor“, teilt Theine auf AZ-Anfrage mit. Es gebe um eine Aufstockung der Plätze, nicht aber zwangsläufig um ein Heim für Flüchtlingskinder.

Auch die Lebenshilfe unter dem Dach der Uelzener Stiftung Leben leben plant ein Projekt für unbegleitete Minderjährige, bestätigt Geschäftsführer Rino Grundei – allerdings nicht im Kreisgebiet, sondern in in einem der beiden Nachbarlandkreise Lüneburg oder Lüchow-Dannenberg. Immerhin betreue die Lebenshilfe in ihren Einrichtungen schon jetzt über 250 Kinder integrativ. Gedacht sei an eine kleine Unterkunft für fünf bis acht unbegleitete Flüchtlingskinder und -jugendliche bis zum Alter von 18 Jahren, die an eine vorhandene Wohngruppe angegliedert werde. Das Projekt müsse aber ein aufwendiges Genehmigungsverfahren bei der Heimaufsicht durchlaufen.

„Diese Einrichtung wird leisten, dass die Kinder möglichst schnell in unsere Kultur integriert werde, dass die Kinder in Kindergarten und Schule geschickt werden und auf die Ausbildung vorbereitet werden“, so Grundei. In den Sammelunterkünften seien unbegleitete Flüchtlingskinder und -jugendliche jedenfalls nicht gut aufgehoben.

stk Uelzen/Landkreis. Mutterseelenallein in der Fremde und ohne Eltern: Laut Kreisverwaltung leben 57 unbegleitete Flüchtlingskinder im Landkreis Uelzen, deren Väter und Mütter tot sind, zu Hause blieben oder auf der Flucht getrennt wurden. Von ihnen sind vier Kinder zwischen elf und 13 Jahren alt, die restlichen 53 Minderjährigen haben ein Alter zwischen 14 und 17 Jahren. Zuständig für sie ist das Jugendamt.

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