Kostenexplosion: Landkreis Uelzen zieht die Notbremse

Konzept für ÖPNV ist gescheitert

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Die roten RBB-Busse werden zunächst einmal im Landkreis Uelzen fahren wie gehabt – aus einem neuen Konzept für den Linienverkehr ist nichts geworden.

Uelzen/Landkreis. Seit mehr als drei Jahren haben die Verantwortlichen diskutiert, entworfen und wieder verworfen, geplant und strukturiert – seit gestern steht offiziell fest: Das neue, für den Landkreis Uelzen geplante Konzept für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ist gescheitert.

Die Kreisverwaltung hat angesichts zu hoher Kosten die Notbremse gezogen.

Die Bestrebungen von Politik und Kreisverwaltung, den ÖPNV im Landkreis Uelzen durch die Einführung sogenannter Rufbusse und ein neues Liniennetz zu optimieren, sind damit zunächst einmal hinfällig geworden. Mit diesem Ergebnis sind die Beteiligten nach einem Gespräch zwischen den Verantwortlichen der Kreisverwaltung, der Regionalbus Braunschweig (RBB), die für den Linienverkehr im Kreis Uelzen zuständig ist, sowie der Verkehrsgesellschaft Nord-Ost-Niedersachsen mbH (VNO), die das neue Liniennetz entworfen hatte, und Landrat Dr. Heiko Blume auseinandergegangen.

„Ich bedauere dieses Ergebnis außerordentlich“, sagt Blume, der ebenso wie die Vertreter der VNO von den Entwicklungen überrascht gewesen sei. „Aber angesichts der durch die RBB aufgestellten Kostenkalkulation bleibt uns als Kreisverwaltung keine andere Möglichkeit, als das geplante neue ÖPNV-Konzept in seiner bisherigen Form abzulehnen und an dieser Stelle die Notbremse zu ziehen.“ Die plötzliche Kostenexplosion habe sich erst in den letzten Wochen abgezeichnet und sei in dieser Form nicht absehbar gewesen.

Zum Ende der langwierigen Beratungen sind die Kosten aus dem Ruder gelaufen: „Die Umsetzung des Konzepts, so Blume, hätte für den Landkreis Uelzen eine finanzielle Mehrbelastung von rund 1,2 Millionen Euro zusätzlich zu den bereits vorhandenen Kosten bedeutet. Im Verlauf der mehrjährigen Planungen hatten aber Kreisverwaltung und Kreispolitik immer wieder betont, dass maximal 100 000 Euro zusätzlich für ein neues ÖPNV-Konzept zu berappen seien. Die nun kalkulierten 1,2 Millionen Euro seien „eine Summe, die durch den Landkreis auf keinen Fall auch nur annähernd zu schultern gewesen wäre“, betont der Landrat. Seite 2

Von Ines Bräutigam

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