Seit gut zwei Monaten ist der Blitzer-Anhänger im Einsatz: Geräte erfasste bereits 1.600 Temposünder

Landkreis Uelzen: Mit Tempo 122 durch den Ort

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Eine der ersten Straßen, an denen der Blitzer-Anhänger aufgestellt wurde, war die Hauenriede in Uelzen. 

Uelzen/Landkreis. Zuletzt wurde er in der Ortsdurchfahrt von Holdenstedt gesichtet: der neue Blitzer-Anhänger des Landkreises. Das mobile Messgerät wird seit gut etwa zwei Monaten im Landkreis eingesetzt. Die erste Bilanz: In dieser Zeit hat er 1.600 Temposünder erfasst.

Der Landkreis Uelzen berichtet auf AZ-Anfrage von insgesamt 19 Standorten, an denen der Blitzer-Anhänger bis Ende September abgestellt wurde. Die Plätze seien nach Hinweisen von Kommunen ausgewählt worden, weil sich dort Verkehrsteilnehmer öfter nicht an die Geschwindigkeitsvorgaben halten würden.

Unter anderem an der Hauenriede und an der Ebstorfer Straße in Uelzen, bei Medingen, in Bruchtorf und Arendorf wurde der Anhänger gesichtet. Auch in der Ortsdurchfahrt von Rätzlingen stand er bereits: Dort hat er einen Autofahrer mit 122 Stundenkilometern statt der erlaubten 50 Stundenkilometer „erwischt“ – das sei die bisher höchste Geschwindigkeitsübertretung gewesen, die mit dem Anhänger gemessen worden sei, so der Landkreis.

Mit 72 Stundenkilometern innerorts mehr als erlaubt auf dem Tacho erwartet den Autofahrer laut Bußgeldkatalog ein Fahrverbot von drei Monaten. Zudem hat er wohl ein Bußgeld in Höhe von 680 Euro zu bezahlen.

Aber wohin fließen sie und die restlichen Bußgelder? Aufmerksamen Beobachtern ist aufgefallen, dass der Anhänger kein Uelzener Kennzeichen trägt. „ME“ steht für Mettmann. Der Landkreis hat bei Inbetriebnahme des Gerätes erklärt, es geliehen zu haben. Dafür zahle er Miete. Die Bußgelder indes kämen dem Haushalt des Landkreises zugute, stellt Kreissprecher Martin Theine noch einmal gegenüber der AZ klar. Im ersten Jahr rechnet die Verwaltung mit Einnahmen von 145 000 Euro.

Der Landkreis Uelzen begründet den Einsatz des Gerätes nicht mit den zusätzlichen Einnahmen für die Region, sondern mit Verkehrsunfällen, die sich aufgrund von überhöhter Geschwindigkeit ereignen. Im Zeitraum von Oktober des vergangenen Jahres bis März 2018 waren es 26 im Landkreis, bei denen 32 Verletzte, sieben Schwerverletzte und ein Toter gezählt wurden (AZ berichtete).

Gleichwohl sind Blitzer immer wieder Ziele von verärgerten Autofahrern und Vandalen. Unbekannte machten sich auch schon am Anhänger zu schaffen – er sei besprüht worden, so Kreissprecher Theine. Er sei danach aber weiter einsatzfähig gewesen.

Von Norman Reuter

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