Rinder, Kühe und Kälber

Landkreis Uelzen: Bei uns hat das Rind noch Fans

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Der Bauernverband glaubt, dass der geringere Bestand an Rindern im vergangenen Jahr mit der langen Trockenheit zu tun hat und kein Trendbarometer ist.

Uelzen/Landkreis – Rund zwölf Millionen Milchkühe, Mastrinder, Zuchttiere, Mutterkühe oder Kälbchen stehen nach der jüngsten Zählung in den Ställen und auf der Weide von Flensburg bis Berchtesgaden, das sind 332.000 weniger als ein Jahr vorher.

Im Landkreis Uelzen hat das Rind noch Fans: Aktuell werden 12.864 Tiere gehalten, 362 weniger als vor einem Jahr. Ob das ein anhaltender Trend ist, ist unklar, aktuell ist der geringere Bestand in den Ställen laut Bauernverband eher eine Wetterfolge: „Die Ursache liegt in den 2018 gestiegenen Kuhschlachtungen. Aufgrund der Futterunsicherheit nach der langen Trockenheit selektierten viele Landwirte verstärkt Kühe und Färsen aus. “ Trotzdem werden die Ställe wohl weiter leerer: „Längerfristig wird sich allerdings der Trend der sinkenden Erzeugung von Rindfleisch fortsetzen“, steht im Situationsbericht 2018/19.

Zugkraft, Milch, Fleisch – so hat das Rind vor etwa 8.000 bis 10.000 Jahren Herz und Magen der Menschen erobert. Sein Vorteil: Es kann komplett verwertet werden, ist nicht nur ein sehr nahrhaftes, sondern auch ein sehr nachhaltiges Tier, wie es heute im Öko-Deutsch heißt.

Nehmen wir die Entwicklung der letzten fünf Jahre als Maßstab, um einen Trend zu erkennen, haben wir folgende Bestandszahlen im Kreis Uelzen: Im Jahr 2013 registrierten die Statistiker hier 12.845 Rinder (davon 4.145 Milchkühe). Zwölf Monate später waren es 13.166 Rinder (4.078 Milchkühe). Im Jahr darauf registriert die Statistik 13.230 Rinder (4.135 Milchkühe), zum Stichtag 2016 waren es 13.116 Rinder (3.905 Milchkühe), zum Stichtag 2017 dann 13.226 Rinder (4.017 Milchkühe) und im letzten November nun 12.864 Rinder (3.951 Milchkühe).

„Hauptursache für die Ergebnisverbesserung der Milchbetriebe im vergangenen Jahr waren die weiter deutlich erholten Milchpreise“, heißt es in der Bilanz des Bauernverbandes. Es „gibt eine Gruppe von rund fünf Prozent Vielfleischessern unter den Männern, die fast dreimal so viel Fleisch verzehren wie die Durchschnittsdeutschen. Sie folgen Trends und Moden wie Wintergrillen, Paleo-Diät, Protein-Drinks und Bodybuilder-Ernährung’ und gleichen damit den Fleischverzicht von vier Prozent Vegetariern locker aus“, so der Fleischatlas.

Dafür sollen sie bezahlen (aber nicht nur sie): Zu einer „gezielten finanziellen Belastung des Fleischverbrauchs“ raten Heinrich-Böll-Stiftung und BUND. Der Plan, die Kuh vom Grill zu holen, „müsste gut begründet sein und gleichzeitig gezeigt werden, wofür die Einnahmen verwendet werden“, sagen die Fleischatlas-Autoren.

zds

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