39-Jähriger aus dem Nordkreis muss sich vor dem Amtsgericht Uelzen verantworten

Unfallgefahr im Kreis Uelzen: Pappnägel auf dem Asphalt

Der Eingangsbereich des Amtsgerichts Uelzen.
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Das Uelzener Amtsgericht verhandelte jetzt über einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr

Stellen ausgelegte Pappnägel in einer Einfahrtsstraße eine Gefahr für Leib und Leben dar? Mit dieser Frage hatte sich jetzt das Amtsgericht in Uelzen zu beschäftigen.

Uelzen - Die Staatsanwaltschaft klagte einen 39-Jährigen aus dem Norden des Landkreises wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr an. Er soll an den Abenden des 6. und 7. Juli 2019 Pappnägel auf einer Straße in seinem Wohnort platziert haben, um mit ihnen Fahrzeugreifen zu zerstören. Dabei habe er in Kauf genommen, dass Unfälle passieren könnten, so die Staatsanwaltschaft. Im Falle eines Sturzes hätte es insbesondere bei Motorradfahrern zu schwereren Verletzungen kommen können. Eine Nachbarin habe die Metallstifte an beiden Tagen rechtzeitig aufgesammelt, bevor jemand zu Schaden gekommen sei.

Der Tat vorausgegangen waren langjährige Mietstreitigkeiten des Angeklagten und seiner Familie mit den Bewohnern der von den Eltern gepachteten Wohnung, wie der Beschuldigte vor Gericht sagte. Auch mit anderen Nachbarn – unter ihnen die ehemalige Lebensgefährtin des Beschuldigten – sei es häufiger zu Zwischenfällen gekommen.

Der 39-Jährige, der in unmittelbarer Nähe zur elterlichen Wohnung lebt, berichtete von zerstochenen Reifen und diversen Polizei-Einsätzen. Er stritt den Vorwurf ab, und argumentierte, dass er sich als Besitzer eines Autos doch seine eigenen Reifen kaputtmachen würde. Zudem habe er selber Nägel weggefegt, besagte Nachbarin habe er dabei nicht beobachtet.

Richter Rainer Thomsen beantragte die Einstellung des Verfahrens, der die Staatsanwaltschaft nachkam. Die genauere Betrachtung des Tatschauplatzes führte bei Thomsen zur Erkenntnis, dass Luftverlust in den Reifen bei der niedrigen Höchstgeschwindigkeit, die in der Einfahrtsstraße erreicht werden könnte, nicht zu schweren Unfällen führen würde. Zudem seien die Pappnägel konstruktionsbedingt nicht in der Lage, den Fahrzeugreifen in kurzer Zeit großen Schaden zuzufügen.

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