„2 + 1 durchgängig auf der B 4“

Landkreis Uelzen: Immer mehr Lastwagen seit der Maut – Unfallkommission plädiert für Dreispurigkeit auf der B 4

Der Unfall am Mittwoch bei Bienenbüttel war bereits der achte mit Todesfolge in diesem Jahr im Landkreis Uelzen. Da die B 4 seit der Mauteinführung stärker von Lkw frequentiert wird, entsteht ein „gefährlicher Überholdruck“. Die Unfallkommission erneuert ihren Wunsch nach einer durchgängigen 2 + 1-Lösung auf dieser Bundesstraße.
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Der Unfall am Mittwoch bei Bienenbüttel war bereits der achte mit Todesfolge in diesem Jahr im Landkreis Uelzen. Da die B 4 seit der Mauteinführung stärker von Lkw frequentiert wird, entsteht ein „gefährlicher Überholdruck“. Die Unfallkommission erneuert ihren Wunsch nach einer durchgängigen 2 + 1-Lösung auf dieser Bundesstraße.

Uelzen/Landkreis – Nach dem tödlichen Unfall am Mittwoch auf der B 4 zwischen Grünhagen und Bienenbüttel – bereits dem achten seit Jahresbeginn im Landkreis – erneuert die Unfallkommission ihren Wunsch nach einer durchgängigen 2 + 1-Lösung auf der B 4.

Denn „zu befürchten“ sei, dass diese Bundesstraße durch die seit gut einem Jahr geltende Maut überproportional von Lkw frequentiert wird. „Viele Lkw, Leute mit Termindruck – da entsteht ein Überholdruck. Und wenn in dieser Menge einer einen Fehler macht, ist ein Unfall vorprogrammiert“, erläutert Andreas Dobslaw, Verkehrssicherheitsbeauftragter der Polizeiinspektion (PI) Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen und Vorsitzender der Unfallkommission des Landkreises Uelzen.

Zu dem tödlichen Unfall am Mittwoch war es nach Angaben von PI-Sprecher Kai Richter wahrscheinlich gekommen, weil die Fahrerin (55) ausscheren wollte um zu sehen, ob sie einen Lkw überholen kann. Dabei geriet ihr Golf zu weit auf die Gegenfahrbahn, wo der Wagen frontal mit einem Laster kollidierte. Richter verweist darauf, dass die Ermittlungen zur Unfallursache noch nicht abgeschlossen sind.

Die B 4 sei punktuell kein Unfallschwerpunkt, spiele aber insgesamt wegen des hohen Verkehrsaufkommens eine große Rolle. Nach dem tödlichen Unfall vom Mittwoch würden sich keine konkreten Maßnahmen ergeben, die vor Ort vorstellbar seien, da das Unglück eine individuelle Ursache habe, sagt Dobslaw. Da könne man „präventiv nichts tun, was die Veränderung des Verkehrsraumes betrifft“. An der Unfallstelle seien Schutzplanken, damit Fahrzeuge im Unglücksfall nicht am Baum landen.

In diesem Zusammenhang kommt Andreas Dobslaw auf den umstrittenen „Rübenquerschnitt“ (Seitenstreifen, einst angelegt für die Zuckerrüben-Traktoren) zu sprechen, der „schon immer problematisch“ gewesen sei, weil gerade dort unter dem Motto „Fahr rechts rüber“ durch Überholdruck gefährliche Situationen entstünden. Ein Umbau auf Dreispurigkeit wie zwischen Tätendorf und Kirchweyhe werde von der Unfallkommission für die gesamte B 4 empfohlen.

Zuständig dafür ist die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Lüneburg. Dort wird derzeit untersucht, ob zumindest der Abschnitt zwischen Bienenbüttel und Jelmstorf auf einen 2 + 1-Querschnitt zugeschnitten werden kann. In den Bereichen mit Mehrzweckstreifen sei „ein Handlungsbedarf gegeben“, weil es insbesondere dort häufig zu gefährlichen Überholmanövern komme, schätzte Dirk Möller, Geschäftsbereichsleiter der Landesbehörde, ein. Wann die Pläne umgesetzt werden können, steht noch nicht fest.

VON ULRIKE MEINEKE

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